Kritik „Steinwüste“
Darum bekommt der Gendarmenmarkt keine weiteren Bäume
27.04.2026 – 07:24 UhrLesedauer: 1 Min.
Zu wenig Grün, zu viel Stein: So sehen Kritiker den Gendarmenmarkt. Weitere Bäume wird es auch nicht geben – doch etwas grüner könnte es dennoch werden.
Der Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte wird keine weiteren Bäume oder Sträucher bekommen. Denkmalpflegerische Vorgaben schließen das nach Angaben der Umweltverwaltung aus.
Nach der Wiedereröffnung im März 2025 war Kritik laut geworden: Der Platz gleiche einer Steinwüste, es gebe zu wenig Grün. Die Umweltverwaltung teilt der Deutschen Presse-Agentur mit, dass im Rahmen der Umbauarbeiten drei japanische Schnurbäume und drei Magnoliengehölze gepflanzt worden seien. Weitere Pflanzungen seien „aufgrund der strengen denkmalpflegerischen Vorgaben“ nicht möglich gewesen – und seien es auch künftig nicht.
Grüner wird der Platz dennoch werden – allerdings erst mit der Zeit. Die Schnurbäume seien als bereits rund zwölf Jahre alte Exemplare mit großer Krone ausgewählt worden, so die Umweltverwaltung. Ihre maximale Ausdehnung sollen die Bäume laut Behörde in 15 bis 18 Jahren erreichen, mit Kronenbreiten von 12 bis 18 Metern. Begrünte Bereiche gibt es nach Angaben der Umweltverwaltung zudem im Norden und Süden des rund 19.000 Quadratmeter großen Platzes sowie an den beiden Domen.
Stadtentwicklungs- und Bausenator Christian Gaebler (SPD) weist den Steinwüsten-Vorwurf zurück: „Er ist ein Stadtplatz und kein Stadtpark, hat aber mit seinen grünen Ecken in den Randbereichen auch Ruhe- und Kühlungszonen“.
Im Zuge der Sanierung erhielt der Platz ein unterirdisches Leitungsnetz von rund fünf Kilometern für Strom, Wasser und Abwasser. Es soll laut Umweltverwaltung die Organisation von Veranstaltungen erleichtern – vom Weihnachtsmarkt bis zu Open-Air-Konzerten.
