Giganten der Urzeit

Diese Dinosaurier lebten einst in und um Hannover


Aktualisiert am 26.04.2026 – 20:01 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein Iguanodon vor dem Neuen Rathaus? (KI-generiert) Wo heute die City steht, streiften in der Vergangenheit Dinosaurier umher. (Quelle: KI-generiert)

Hannover ist heute Großstadt, Messestandort und Verkehrsknoten. Vor vielen Millionen Jahren sah die Region allerdings völlig anders aus.

Heute fährt Hannovers Stadtbahn über Tunnel, Kreuzungen und Vororte. Unter der Stadt liegen jedoch Gesteinsschichten, die direkt in die Dino-Zeit führen.

Das Problem für Fossiliensammler: In Hannover selbst sind diese Schichten meist von mächtigen jüngeren Eiszeit-Ablagerungen überdeckt. Außerdem war die Gegend in langen Phasen der Kreide eher Küste, Delta oder sogar Meeresraum als klassische Dino-Fundlandschaft auf dem Trockenen. Deshalb sind aus der Stadt bislang keine gesicherten Knochen- oder Fährtenfunde bekannt. Die nächste wirklich belastbare Spurensuche beginnt erst außerhalb des Zentrums.

Westlich und südlich von Hannover wird es dann plötzlich konkret. In der sogenannten Bückeberg-Formation und ihren Randbereichen sind an mehreren Stellen Dino-Fährten erhalten, darunter Münchehagen, der Bückeberg bei Obernkirchen und im Osterwald. Die Landschaft war damals von Flussdeltas, Lagunen, Sandbarren und Brackwassersümpfen geprägt – also genau jener Mischung aus Wasser und Land, in der Trittspuren gut entstehen und mit etwas Glück über Millionen Jahre erhalten bleiben.

Für das heutige Stadtgebiet gibt es keinen gesicherten Dino-Nachweis. Das heißt aber nicht, dass hier keine Dinosaurier lebten. Im Gegenteil: Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen (BEG) erklärt, dass rund um Hannover Schichten aus der Unter- und Oberkreide liegen. Nur sind sie meist überdeckt, städtisch überprägt oder als marine Ablagerungen ausgebildet. Die eigentlichen Spuren treten eher in den umliegenden Höhenzügen und Steinbrüchen zutage.

Am häufigsten nachgewiesen sind große pflanzenfressende Dinosaurier, die zu den Ornithopoden gehören – also Tiere, die dem Iguanodon ähneln. In Obernkirchen bei Minden hat man mehrere lange Spurfolgen von ihnen entdeckt. Eine besondere Fundstelle gibt es auch in Bremen: Dort wird eine Fährtenplatte einem Iguanodon zugeordnet. Die Fußabdrücke sind 20 bis 40 Zentimeter groß und stammen von mindestens vier jüngeren Tieren.

Weitere Spuren aus Obernkirchen zeigen, dass diese Pflanzenfresser auf weichem Boden nicht nur auf zwei, sondern teilweise auch auf vier Beinen gelaufen sind.

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