Brisante Chats enthüllt
Skandal in deutschem Gefängnis: Neues Ausmaß wird bekannt
28.05.2026 – 14:53 UhrLesedauer: 3 Min.
Beamte sollen Häftlinge gequält haben – mitten in einem deutschen Gefängnis. Nun kommen brisante Chatnachrichten ans Licht, die das Ausmaß des Skandals erahnen lassen.
Im Skandal um mutmaßliche Misshandlung von Häftlingen in der JVA Gablingen bei Augsburg sind belastende Chatnachrichten der Angeklagten ans Licht gekommen. Der Bayerische Rundfunk und der Rundfunk Berlin-Brandenburg veröffentlichten die Chats am Donnerstag, wonach sich die beschuldigten JVA-Beamten freudig über die Misshandlung der Gefangenen geäußert haben sollen.
Insgesamt sind in dem Verfahren 13 Beamte angeklagt, darunter auch die ehemalige Leiterin sowie die ehemalige stellvertretende Leiterin. Außerdem sind mehrere Beamte der sogenannten Sicherungsgruppe (SiG) angeklagt. Den Angeklagten werden insgesamt rund 170 Taten im Zeitraum zwischen Oktober 2022 und Oktober 2024 vorgeworfen. Zu den Vorwürfen zählen Misshandlung von Gefangenen, rechtswidrige Unterbringung der Gefangenen in besonders gesicherten Hafträumen – teils nackt auf blankem Boden – sowie Freiheitsberaubung und Nötigung. Laut Anklage gibt es Dutzende Opfer.
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Die ehemalige stellvertretende Anstaltsleiterin soll von den Übergriffen „nicht nur gewusst, sondern diese vielmehr gebilligt und die Angeschuldigten gedeckt haben“, so die Staatsanwaltschaft. Einen Termin für einen Prozessbeginn gibt es noch nicht, wie ein Sprecher des Augsburger Landgerichts t-online sagte.
Skandal in Gefängnis Gablingen: Häftling wurde „zerstört“

Die von BR und RBB veröffentlichten Chatnachrichten zeichnen das Bild von Beamten, die ihre Taten nicht nur nicht verdeckt, sondern sich sogar dafür gefeiert haben sollen. Ein Beamter der SiG prahlte demnach, er habe Gefangene „herumgeworfen“ und „abgewürgt“. „Immer den Hals abdrücken“, habe er der Vizechefin der JVA geschrieben.
Ein Beamter schrieb nach einem Gewaltvorfall von einem „geilen Tag“, an dem man „viel Spaß“ gehabt habe. Ein weiterer SiG-Wärter schrieb, in Gablingen einen Häftling „zerstört“ zu haben.
Auch die Vizechefin selbst habe gechattet, wie BR und RBB weiter berichteten. Demnach hätte es bei der „B-Note“ besser laufen können: Die Beamten hätten bei dem mutmaßlichen Übergriff auf den Gefangenen nur „wenig gelacht“.
JVA Gablingen: Auch kranke Häftlinge offenbar malträtiert
Dass sich hinter den Mauern des Gefängnisses rechtswidrige Dinge abspielten, soll der stellvertretenden Leiterin bewusst gewesen sein – so liest es sich in den veröffentlichten Chatnachrichten. Sie soll etwa geschrieben haben, wenn Grenzen überschritten würden, müsse dies nach außen hin „anständig“ aussehen. Sie selbst soll von „absoluter Diktatur“ in der JVA geschrieben haben. Dahinter habe sie in dem Chat ein Affen-Emoji gesetzt.












