220 Beschäftigte vor Entlassung

Traditionsreicher Papierhersteller vor dem Aus


02.09.2026 – 17:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Werk von Frischfaser Karton in Baiersbronn: Hohe Energiekosten und ein schwieriges Marktumfeld setzen dem Unternehmen zu. (Quelle: folbb.com)

Die hohen Energiekosten schaffen das nächste Traditionsunternehmen. Im Schwarzwald gibt eine Papierfabrik auf. Kein Einzelfall in der angespannten Branche.

Produktion und Umsatz der deutschen Papier- und Zellstoffindustrie sind weiter rückläufig. Nun fordert die Krise ein weiteres Opfer. Die Frischfaser Karton in Baiersbronn steht vor dem Aus. Nach Informationen des Senders SWR soll die Produktion schon am 7. September auslaufen. Der Betrieb beschäftigt rund 220 Menschen.

„Wir bekommen die persönlichen Schicksale mit und versuchen zu unterstützen“, sagte ein Sprecher der Stadt dem SWR. Ziel sei es, die Fachkräfte in der Region zu halten. Auf der Suche nach Perspektiven für die Betroffenen sei die Gemeinde unter anderem in Kontakt mit lokalen Firmen.

Der Traditionskonzern Frischfaser Karton produziert seit mehr als 75 Jahren in Baiersbronn. Das Unternehmen hatte bereits im Juni Insolenz angemeldet. Nun kommt das endgültige Aus, weil Gespräche mit einem Investoren endgültig scheiterten.

Umsatz schrumpft um 7,1 Prozent

Vor allem steigende Energiepreise machten dem Unternehmen im Kreis Freudenstadt zu schaffen. So wie der gesamten Branche. Nach Angaben der deutschen Papierindustrie „hat sich im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zur Vorjahresperiode nichts verbessert“.

Demnach sank die Produktion hierzulande in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf 9,4 Millionen Tonnen, das sind rund 1,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging auf 6,9 Milliarden Euro (minus 7,1 Prozent) zurück. „Als Grundstoffindustrie bleibt die Branche eng an die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und internationaler Wertschöpfungsketten gebunden“, erklärte der Verband in einer Mitteilung.

Nach eigenen Angaben zählt die deutsche Papierindustrie noch rund 46.000 Beschäftigte.

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