„Hassfabrik“

Umstrittener US-Milliardär in Berlin geehrt – der teilt mächtig aus


Aktualisiert am 25.09.2026 – 07:12 UhrLesedauer: 5 Min.

Techinvestor Peter Thiel kommt zur Verleihung des Axel Springer Award.

Tech-Investor Peter Thiel kommt zur Verleihung des Axel Springer Awards. (Quelle: Lisi Niesner/Reuters)

Manchen gilt er als gefährlicher Mann mit „Steinzeit-Ansichten“. Andere zeichnen ihn mit Preisen aus. Nun erregte Peter Thiel in einer Rede in Berlin viel Aufsehen.

Den Tech-Milliardär Peter Thiel als umstrittene Persönlichkeit zu bezeichnen, greift wohl nicht zu kurz. Er bezeichnete den Papst als „nützlichen Idioten Chinas“, zweifelte am Nutzen der Demokratie und hält Greta Thunberg für eine Dienerin des Antichristen. Nun hat der 58-Jährige bei einer Rede in Berlin Teile der Medien scharf kritisiert. Er frage sich, warum so viele davon „zu einer Art linken Hassfabrik verkommen“ seien, sagte Thiel bei der Verleihung des undotierten Axel Springer Awards am Donnerstagabend. Die Medienlandschaft sei „sehr, sehr einseitig“ und „bei weitem nicht so frei, wie wir es uns wünschen würden“.

Dagegen lobte Thiel den Springer-Chef Mathias Döpfner und die konservative US-Journalistin Bari Weiss vom Sender CBS. Ohne Menschen wie sie wäre die Lage „wirklich sehr, sehr schlecht“, sagte Thiel. Döpfner, Weiss und den Menschen bei Axel Springer sprach er Anerkennung für ihren „Mut“ aus und bezeichnete sie als „Gegenstimmen“ in dieser Medienlandschaft.

Thiel, Döpfner (l.) und Bari Weiss, Chefredakteurin von CBS News, in Berlin. (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Thiel ist bekannt für seine Nähe zu Trump

Der aus Deutschland stammende Thiel ist IT-Investor und Mitgründer des Software-Unternehmens Palantir. Er ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. In letzter Zeit hatten Berichte über Thiels apokalyptische Weltsicht auch seine religiöse Ideologie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Frage, ob sich Sicherheitsbehörden auf die umstrittenen Datenanalyse-Produkte von Palantir verlassen sollten, hat in Deutschland Debatten ausgelöst.

Der Springer-Verlag würdige Thiel für sein Unternehmertum, seine Risikobereitschaft und sein unkonventionelles Denken, sagte Vorstandschef Döpfner in seiner Rede. Der umstrittene Investor sei womöglich der „beste Risikoanleger des 21. Jahrhunderts“ und einer der „wirkungsvollsten Deutschen unserer Zeit“. Auch Palantir-Chef Alex Karp ehrte seinen Geschäftspartner Thiel in einer Rede, ebenso wie der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow. In der Vergangenheit ausgezeichnet wurden etwa Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-Geschäftsführer Elon Musk sowie der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee.

Springer-CEO Mathias Döpfner (l.) hält Thiel für einen der „inspirierendsten und interessantesten Denker“. (Quelle: Lisi Niesner/Reuters)

Thiel über Frauenrechte: „sehr dumm“

Springer-CEO und Milliardär Mathias Döpfner, der selbst enge Verbindungen ins Silicon Valley und zu Peter Thiel unterhält, nennt den US-Investor „einen der inspirierendsten und interessantesten Denker“. Der dpa sagte Döpfner, er habe Thiel nach dessen Unterstützung für Donald Trump im Wahlkampf 2016 gefragt und was er in dem Republikaner sehe. Thiel habe ihm sinngemäß erklärt, es sei völlig egal, wie gut oder schlecht Trump sei. Es brauche einen Disruptor (Anm.d.Red.: einen radikalen Revolutionär), um eine verkrustete und nicht mehr funktionsfähige, dysfunktionale Regierung herauszufordern, sagte er.

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