Peter Thiel

Springer-Verlag ehrt umstrittenen Milliardär – der beschimpft Medien


25.09.2026 – 00:27 UhrLesedauer: 5 Min.

Techinvestor Peter Thiel kommt zur Verleihung des Axel Springer Award. (Quelle: Lisi Niesner/Reuters)

Manchen gilt er als gefährlicher Mann mit „Steinzeit-Ansichten“. Andere zeichnen ihn mit Preisen aus. Nun erregte Peter Thiel in einer Rede in Berlin viel Aufsehen.

Der umstrittene Tech-Milliardär Peter Thiel hat Teile der Medien scharf kritisiert. Er frage sich, warum so viel davon „zu einer Art linken Hassfabrik verkommen“ sei, sagte Thiel bei der Verleihung des Axel Springer Awards in Berlin. Die Medienlandschaft sei „sehr, sehr einseitig“ und „bei weitem nicht so frei, wie wir es uns wünschen würden“. Thiel wurde am Donnerstagabend mit dem Preis ausgezeichnet.

Zugleich lobte der Milliardär Springer-Chef Mathias Döpfner und die US-Journalistin Bari Weiss vom Sender CBS, die ebenfalls bei der Preisverleihung sprach. Ohne Menschen wie sie wäre die Lage „wirklich sehr, sehr schlecht“, sagte Thiel. Döpfner, Weiss und den Menschen bei Axel Springer sprach er Anerkennung für ihren „Mut“ aus und bezeichnete sie als „Gegenstimmen“ in dieser Medienlandschaft.

Thiel äußerte sich auch zum Wahlerfolg der Linken bei der jüngsten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Er könne verstehen, warum Menschen die Partei wählten. Es gebe ein „sehr reales Problem“: Wohnen sei zu teuer und zu stark reguliert. Die Linke habe dafür allerdings keine guten Antworten. Mit Mietpreisbindungen werde man Berlin wahrscheinlich „in ein Elendsviertel verwandeln“, sagte Thiel.

Thiel, Döpfner (l.) und Bari Weiss, Chefredakteurin von CBS News, in Berlin. (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Thiel ist bekannt für seine Nähe zu Trump

Der aus Deutschland stammende Thiel ist IT-Investor und Mitgründer des Software-Unternehmens Palantir. Er ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. In letzter Zeit hatten Berichte über Thiels apokalyptische Weltsicht auch seine religiöse Ideologie in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Frage, ob sich Sicherheitsbehörden auf die umstrittenen Datenanalyse-Produkte von Palantir verlassen sollten, hat in Deutschland Debatten ausgelöst.

Thiel ist der zehnte Preisträger des Axel Springer Awards. Mit der nicht dotierten Auszeichnung werden Persönlichkeiten geehrt, die laut Springer in herausragender Weise Märkte verändern. Springer würdige Thiel für sein Unternehmertum, seine Risikobereitschaft und sein unkonventionelles Denken, sagte Vorstandschef Döpfner in seiner Rede. In der Vergangenheit ausgezeichnet wurden etwa Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Tesla-Geschäftsführer Elon Musk sowie der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee.

„Wir würdigen den wirkungsvollsten Deutschen unserer Zeit“, sagte Döpfner über Thiel in einer Rede bei der Preisverleihung. Der umstrittene Investor sei womöglich der „beste Risikoanleger des 21. Jahrhunderts“ und „auf jeden Fall ein unkonventioneller Vordenker“, fügte Döpfner hinzu. Auch Palantir-Chef Alex Karp ehrte Thiel in einer zuvor aufgezeichneten Rede. Darin nannte Karp seinen Geschäftspartner Thiel auf deutsch den „letzten Deutschen“ und erklärte, Deutschland könne von Thiels Qualitäten lernen. Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow hielt ebenfalls eine Lobesrede auf den 58-Jährigen.

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