„Genau diese Definition ist das Problem“
Franca Lehfeldt reagiert auf Kritik
Aktualisiert am 26.08.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Franca Lehfeldt hat im Fernsehen klar Stellung bezogen gegen die AfD-Idee, die Schulpflicht abzuschaffen. Eine Nutzerin widersprach ihr – und bekam eine Antwort.
Im April war Franca Lehfeldt in der Sendung von Sandra Maischberger zu Gast. Dort sprach die Journalistin über den Vorstoß der AfD in Sachsen-Anhalt, die Schulpflicht abzuschaffen, und thematisierte dabei auch das Frauenbild hinter dem Vorhaben.
In der Sendung hatte Lehfeldt argumentiert, die Abschaffung der Schulpflicht würde vor allem Kinder mit Migrationshintergrund aus dem Bildungssystem herauslösen. Gerade in der Schule lernten diese Kinder Deutsch, fänden Freunde und Anschluss.
„Wenn man jetzt diesen Familien sagt, ihr müsst eure Kinder nicht ins Schulsystem begeben, dann ist es ja letzten Endes eine Parallelgesellschaft.“ Das sei das Gegenteil dessen, was die AfD in ihrem Programm verspreche.
„Traditionelles Frauen-Mutterbild der 50er-Jahre“
Dazu kam für Lehfeldt noch ein zweiter Aspekt: das Frauenbild hinter dem Vorhaben. „Wer bleibt denn dann eigentlich zu Hause und macht das Homeschooling? Das sind die Frauen.“ Das sei das „traditionelle Frauen-Mutterbild der 50er-Jahre“.

Zu dem Clip schrieb sie auf Instagram: „Wer die AfD aus Protest gegen Migrations- oder Wirtschaftspolitik wählt, bekommt eine Gesellschaft, die sich weiter voneinander entfernt, ein rückwärtsgewandtes Bild von Mutterschaft und die Ignoranz gegenüber dem Wirtschaftsfaktor Frau.“
„Die berufliche Verwirklichung kommt an zweiter Stelle“
Eine Nutzerin widersprach ihr und schrieb, eine Mutter, die ihre Kinder liebe, stelle berufliche Verwirklichung selbstverständlich an zweite Stelle. „Frau Lehfeldt dreht auch gern die Dinge in eine von ihr gewünschte Richtung“, so die Userin. „Ihr Mutter-Frauen-Bild leitet sich wohl davon ab. Eine durchschnittliche deutsche Frau, die Mutter sein kann, liebt jede Sekunde mit ihrem Nachwuchs. Deshalb kommt die berufliche Verwirklichung an zweiter Stelle.“
Lehfeldt konterte: „Eine ‚gute Mutter‘ erkennt man also daran, dass sie berufliche Ambitionen selbstverständlich zurückstellt? Genau diese Definition ist das Problem. Freiheit bedeutet nicht, dass Frauen arbeiten müssen. Freiheit bedeutet, dass niemand ihnen vorschreibt, was eine gute Mutter zu wollen hat.“
Franca Lehfeldt ist selbst Mutter. Im April 2025 kam ihre Tochter zur Welt. Im Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ erklärte ihr Ehemann, der frühere FDP-Chef Christian Lindner, beide hätten sich dafür entschieden, „dass wir Familie und Beruf haben wollen“ und sie somit versuchen würden, „uns in gleichem Umfang um unsere Tochter zu kümmern“. Lehfeldt verzichtete nach der Geburt auf den Mutterschutz und kehrte direkt in den Beruf zurück.











