Sensationsfund
Forscher finden Hinweise auf erste Kiffer schon vor 3.000 Jahren
06.11.2026 – 12:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Suche nach dem Rausch begleitet die Menschheit seit der Urgeschichte. Gekifft haben sie schon vor Jahrtausenden, wie eine neue Studie zeigt.
Archäologen haben Hinweise auf den frühesten Konsum von Cannabis zu psychoaktiven Zwecken weltweit entdeckt. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Bern und dem Max-Planck-Institut für Geoanthropologie entdeckte in einem Fürstengrab in Sibirien Cannabissamen und molekulare Spuren von Cannabiswirkstoffen in menschlichem Haar. Der Studie zufolge, die in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht wurde, sind die Überreste 2.800 Jahre alt.
In dem Grab liegt offenbar eine hochrangige Persönlichkeit der Skythen, einem Reitervolk, das in der eurasischen Steppe lebte. Die Forscher bargen dort rund 1.000 Cannabissamen. Mit der Radiokarbonmethode, bei der gemessen wird, wie viel radioaktiver Kohlenstoff-14 in den Überresten vorhanden ist, konnten die Samen auf das achte Jahrhundert vor Christus datiert werden.
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„Fast 3.000 Jahre alte Pflanzenreste sind äußerst selten“, erklärte Studienleiter Gino Caspari dem US-Fernsehsender CNN. In der Regel seien diese schlecht erhalten „Noch seltener ist es, sie in Verbindung mit menschlichem Weichgewebe wie Haaren zu finden, was es uns im Grunde ermöglicht, bei einer Person, die seit drei Jahrtausenden tot ist, einen Drogentest durchzuführen“, so Caspari weiter.
Eine Analyse der gefundenen Haare brachte Gewissheit, das das Volk Cannabis nicht nur anbaute, sondern auch konsumierte. Die Wissenschaftler konnten in den Haarproben Cannabinol nachweisen. Das Cannabinoid entsteht bei der Oxidation von Tetrahydrocannabinol (THC), dem wichtigsten psychoaktiven Wirkstoff in Cannabis.
Wie viel die Skythen konsumierten, und ob sie es inhalierten oder aßen, konnte nicht festgestellt werden. Spätere archäologische Fundstellen in Zentralasien deuteten klar auf Inhalation hin. Dort wurden chemische Rückstände von Cannabinoiden in Gefäßen und auf erhitzten Steinen entdeckt.
Cannabisfund steht im Zusammenhang mit Bestattungen
Das Forschungsteam vermutet, dass die Cannabisfunde im Zusammenhang mit rituellen Bestattungen stehen. Auf dem Grabhügel fanden die Wissenschaftler dutzende Überreste von Pferden sowie Menschenknochen. Caspari glaubt, dass das Cannabis „auch dazu gedient haben könnte, die Opfer zu betäuben, bevor ihnen etwas Schlimmes widerfuhr“. Beweisen könne sein Team das aber nicht.
Über die kulturelle Geschichte der Cannabispflanze sei überraschend wenig bekannt. „Wir wissen zum Beispiel nicht einmal genau, wie wirklich wildes Cannabis eigentlich aussieht“, sagte der Archäologe. Das Forschungsteam hat bereits damit begonnen, die Pflanzenproben zu sequenzieren. „Das wird uns helfen, bald mehr über die Geschichte der Domestikation und Verbreitung dieser Kulturpflanze zu erfahren“, sagte Caspari.











