Hohe Kerosinkosten
Lufthansa legt erste Flugzeuge still
Aktualisiert am 16.04.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Lufthansa zieht die Reißleine: Wegen Streiks und hoher Kerosinkosten bleiben erste Maschinen am Boden. Zunächst trifft es 27 ältere Cityline-Flugzeuge.
Die Fluggesellschaft Lufthansa legt erste Flugzeuge still. Die sei eine Reaktion auf die Streiks und die hohen Kerosinkosten, wie das Unternehmen mitteilte. Als ersten Schritt plant der Konzern, bereits ab diesem Samstag die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ am Boden stehen zu lassen. Die Tochter soll komplett geschlossen werden. Die Jets stünden kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und hätten vergleichsweise hohe Betriebskosten, teilt Lufthansa mit. Damit könnten weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduziert werden.
Welche Auswirkungen die Maßnahme auf Reisende ab dem Flughafen Köln/Bonn hat, ist bisher nicht bekannt. Die Lufthansa wollte sich auf Nachfrage der Kölner Lokalredaktion von t-online bisher nicht dazu äußern.
Ende Oktober sollen dann sechs Langstreckenjets der Lufthansa Kernmarke folgen. Neben vier Airbus A340-600 werden auch zwei Jumbos vom Typ Boeing 747-400 über den kommenden Winter stillgelegt. Der endgültige Abschied von diesem Flugzeugtyp sei für das kommende Jahr vorgesehen. Zusätzlich sollen bei Lufthansa etwa fünf Mittelstreckenflugzeuge aus der Flotte genommen werden.
Als Grund für die Einschnitte nennt das Unternehmen die deutlich gestiegenen Kerosinpreise sowie die Kosten durch die laufenden Arbeitskämpfe. Es würden besonders ineffiziente Flugzeuge vorzeitig aus dem Flugbetrieb genommen, um weniger Kerosin am freien Markt zukaufen zu müssen. Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Lufthansa Group sei auf Basis des Rohöl-Preises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert.
Finanzvorstand Till Streichert nannte die Maßnahmen unumgänglich. Es würden ohnehin geplante Einschnitte vorgezogen. „Die aktuelle Krise zwingt uns diese Maßnahme nun früher umzusetzen.“ Bei der Cityline seien allen Beschäftigungsgruppen bereits Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Für das fliegende Personal hatten die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo die Konditionen als unzureichend bewertet. Lufthansa will nun mit den Betriebspartnern der Cityline Gespräche zu einem Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen.












