Straßenreinigung in Berlin
Linken-Politiker beschwert sich über Müll – BSR kontert
12.05.2026 – 17:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Wird in wohlhabenden Vierteln häufiger gereinigt als im Arbeiterkiez? Das ist der Vorwurf des Linken-Politikers Ferat Koçak. Die Stadtreinigung weist die Vorwürfe zurück.
Der Berliner Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (Die Linke) hat sich über das Müllproblem an manchen Orten Berlins beschwert. Konkret behauptet er in einem Video in den sozialen Medien, dass der Dreck insbesondere in Arbeitervierteln liegen bleibe. In den „Vierteln der Reichen“ werde in einigen Straßen bis zu zehnmal mehr gereinigt.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Koçak begründet dies mit Entscheidungen der Landesregierung: „Weil Bürgermeister Kai Wegner und der CDU es scheißegal ist, ob es hier in Neukölln oder im Arbeiterviertel von Charlottenburg dreckig ist, solange es auf dem Ku’damm sauber ist“. Dort, wo hart arbeitende Berliner wohnen, müsse es auch sauber sein. „Denn wir alle verdienen einen sauberen Kiez – egal, was in unserem Pass steht oder wie viel Geld wir haben“, so der Politiker.
BSR: „Einkommen der Anwohner stellt kein Kriterium dar“
Die Berliner Stadtreinigung (BSR), ein landeseigenes Unternehmen, bestreitet die Vorwürfe auf Nachfrage der Berliner Regionalredaktion von t-online. Demnach werde der Ku’damm zehnmal pro Woche gereinigt. Die Reuterstraße, in der sich Koçak in dem Video befindet und mit dem Besen herumschwingt, werde siebenmal gesäubert. Ferner verweist die BSR auf den Johannaplatz im Grunewald bei der Villenkolonie, an dem die Reinigungskräfte nur einmal pro Woche im Einsatz sind.
Straßen werden demnach nach sogenannten Straßenreinigungsverzeichnissen und Reinigungsklassen gesäubert. Diese seien insbesondere abhängig von der Frequentierung der Orte sowie vom Müllaufkommen. „Das Einkommen der Anwohner stellt kein Kriterium dar“, so die BSR. Die Eingruppierung von Straßen und Plätzen in die jeweiligen Reinigungsklassen erfolgt laut BSR durch eine Kommission, der Vertreter der Umweltverwaltung, der Bezirke sowie der BSR angehören.
Koçak ruft in seinem Video derweil zur „Tour de Müll“ auf. Ab dem 20. Mai um 18 Uhr werde es in Neukölln einmal im Monat „ein großes Aufräumen“ geben.











