Studie zu Waldbränden
Feinstaub in der Luft könnte heftige Kopfschmerzen auslösen
06.08.2026 – 07:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei Waldbränden können die dabei entstehenden Feinstaubpartikel schwere Migräne- und Kopfschmerzattacken begünstigen. Darauf deutet eine große Studie aus Kanada hin.
Waldbrände nehmen in vielen Regionen der Welt zu, auch in Europa. Ihr Rauch enthält große Mengen Feinstaub, der als gesundheitsschädlich gilt und unter anderem die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System belasten kann. Eine neue kanadische Forschungsarbeit liefert nun Hinweise darauf, dass er auch schwere Migräne- und Kopfschmerzattacken begünstigen könnte. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „JAMA Network Open“.
Mehr Notfälle bei Rauchbelastung
Für die Studie werteten die Wissenschaftler fast eine Million Besuche in Notaufnahmen in den kanadischen Provinzen Alberta und Ontario aus, die zwischen den Jahren 2010 und 2023 während der Waldbrandsaisons registriert wurden. Erfasst wurden Migräne und andere sogenannte primäre Kopfschmerzsyndrome – also Kopfschmerzen, die nicht Folge einer anderen Erkrankung sind.
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Das Ergebnis: Stieg die Belastung durch Feinstaub aus Waldbrandrauch um fünf Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, nahm die Zahl der Notaufnahmebesuche wegen Migräne und anderer Kopfschmerzen um gut sechs Prozent zu.
Die Forscher untersuchten dabei vor allem PM2,5-Feinstaub. An Tagen mit Waldbränden war die durchschnittliche Feinstaubbelastung deutlich höher als an Tagen ohne Brände.
Feinstaub (PM2,5)
Feinstaub mit der Bezeichnung PM2,5 beschreibt winzige Schwebeteilchen in der Luft, die einen Durchmesser von maximal 2,5 Mikrometern haben (PM = particulate matter). Wegen ihrer geringen Größe können diese Partikel tief in die Lunge bis zu den Lungenbläschen vordringen und sogar in den Blutkreislauf übergehen.
Nicht jeder Feinstaub zeigte denselben Effekt
Feinstaub an Tagen ohne Waldbrandrauch stand dagegen statistisch nicht eindeutig mit mehr Kopfschmerznotfällen in Verbindung. Das deutet darauf hin, dass Waldbrandrauch den Körper möglicherweise anders belastet als Feinstaub aus anderen Quellen.
Warum der Rauch Kopfschmerzen auslösen könnte
Nach Einschätzung der Forscher enthält Waldbrandrauch neben feinsten Partikeln auch reaktive Gase und weitere Verbrennungsstoffe. Sie könnten oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen im Körper auslösen sowie Prozesse im Nervensystem anstoßen, die bei Migräne eine Rolle spielen. Zudem könnten Stress, Angst oder Schlafstörungen während längerer Rauchphasen Kopfschmerzen zusätzlich fördern.
Auch das Umweltbundesamt geht davon aus, dass Feinstaub aus Waldbränden gesundheitsschädlicher sein könnte als typischer Großstadtfeinstaub, weil bei den Bränden zahlreiche weitere Stoffe freigesetzt werden.
Wie ist die Studie einzuordnen?
Die Studie zeigt zwar einen Zusammenhang auf, kann jedoch keine Ursache-Wirkung-Beziehung belegen. Ob tatsächlich Waldbrandrauch die Kopfschmerzen auslöst, lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Denn es fehlten Informationen dazu, ob Betroffene bereits vorher an Kopfschmerzen litten, welche Medikamente sie nahmen oder wie stark sie in Innenräumen Rauch ausgesetzt waren. Künftige Studien sollen nun zeigen, ob Schutzmaßnahmen wie Luftfilter oder FFP2-Masken das Risiko verringern können.












