„Vorwürfe werden noch Jahre anhalten“
Englische Fans und Medien gehen auf Tuchel los
16.07.2026 – 00:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Bis kurz vor dem Ende hofft England auf das WM-Endspiel. Dann platzen alle Träume binnen Minuten. In die Kritik gerät der Trainer für seine Auswechslungen.
Der Traum vom ersten WM-Finale seit 60 Jahren ist für England geplatzt. Trotz Führung verlor die Mannschaft von Thomas Tuchel das Halbfinale gegen Weltmeister Argentinien mit 1:2 (0:0).
Nach dem Schlusspfiff lief der deutsche Trainer mit der linken Hand in der Hosentasche über den Rasen von Atlanta. „Ich übernehme die Verantwortung“, sagte Tuchel. „Aber wir bereuen nichts. Das Team hat alles gegeben, wir hatten die Führung verdient. Die Mannschaft war top, aber wir haben uns nicht ins Ziel gerettet.“ England habe „das Niveau nach unserem Tor nicht gehalten“, sagte der 52-Jährige weiter.
- Nach historischem Erfolg: Nationaltrainer nach WM-Aus entlassen
- Nach England-Drama: Bayerns unglaubliche WM-Finalserie gerissen
Die Reaktionen in den englischen Medien bei den Anhängern fielen deutlich aus. „England-Fans wütend auf Tuchel – das geht auf seine Kappe“, schrieb die Boulevardzeitung „The Sun“ kurz nach der Niederlage in einer ersten Auswertung von Internet-Kommentaren.
Tuchel verteidigt seine Entscheidungen
Der Trainer werde für „feige“ Auswechslungen nach der zwischenzeitlichen Führung kritisiert. Der „Mirror“ schrieb: „Das ist herzzerreißend. Tuchels Wechsel gehen nach hinten los.“ Der „Telegraph“ urteilte: „Die Vorwürfe werden noch Jahre anhalten.“
Für Tuchel dürften nun schwierige Tage beginnen. Nach dem Spiel verteidigte er die Umstellung auf eine Fünferkette. Gleichzeitig sagte er: „Millionen Hobby-Coaches werden es besser wissen.“
Im Video | Hier macht Messi halb England nass
Player wird geladen
Auch Harry Kane zeigte sich nach der Niederlage tief enttäuscht. Der Stürmer stand nach dem Schlusspfiff minutenlang regungslos auf dem Platz. „Mir tut es leid für die Jungs, die ganze Mannschaft, die Fans“, sagte der Bayern-Profi. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben irgendwie versucht, das 1:0 durchzubringen. Wir haben alles gegeben, Blut, Schweiß und Tränen – aber es hat nicht gereicht.“
Im Spiel um Platz drei trifft England am Samstag auf Frankreich. Auch der „Telegraph“ blickte auf die verpasste Chance zurück: „Es gab viele Stolpersteine auf dem Weg und viel zu viele Demütigungen im Laufe der Jahre. Aber als England fünf Minuten vor Schluss in einem WM-Halbfinale führte, hatte man das Gefühl, dass es diesmal vielleicht anders sein könnte.“











