Ora 5 im ersten Fahreindruck
So langsam meinen es die Chinesen ernst
Aktualisiert am 13.05.2026 – 09:07 UhrLesedauer: 4 Min.
Bislang waren die Autos von Ora eher kurios und haben mit ihrem Copy-Design allenfalls ein Schmunzeln provoziert. Doch mit dem 5 werden die Chinesen erfreulich seriös.
Die GWM-Tochter Ora nimmt einen neuen Anlauf in Europa und bringt nach dem eher kuriosen als kompetenten 03 mit dem Gesicht des VW Käfer und dem 07 mit der Silhouette des Porsche Panamera jetzt bald den Ora 5 an den Start.
Immer noch mit Inspirationen aus der VW- und Porsche-Chronik gezeichnet, wird er nicht nur 20 Zentimeter größer als der 03 und steigt so vom Pärchen- zum Familienauto auf. Er wird auch rundherum seriöser. Und weil es ihn nicht nur rein elektrisch gibt, werden obendrein die Preise attraktiver.
Los geht es in diesem Herbst knapp jenseits von 25.000 Euro für die etwas aufgebockte und mit Dachreling ausgestattete SUV-Variante. Die soll gegen den VW T-Roc oder bunte Hunde wie den Mini Aceman und den Kia Seltos antreten. Für den kleineren Ora 03 mit Akku-Antrieb muss man etwa das Anderthalbfache bezahlen.

Viel Platz für Kinder und Koffer
Dafür gibt es einen kompakten Fünftürer von 4,47 Metern, der bei 2,72 Metern Radstand selbst in der zweiten Reihe erstaunlich viel Platz bietet und auch beim Gepäckraum Familientauglichkeit beweist. Schließlich passen je nach Antriebskonfiguration 422 Liter hinter die elektrisch aufschwingende Klappe und bei umgelegter Rückbank fast dreimal so viel.
Außen erinnert er mit kullerrunden Augen und hoch aufragenden Kotflügeln zwar wieder an frühe VW und aktuelle Porsche und geht aus mancher Perspektive sogar als Mini-Macan durch. Doch drinnen haben die Chinesen eine ganz eigene Mischung aus Retro und digitalem Lifestyle gefunden.
Touchscreen trifft Kippschalter
Offenbar inspiriert vom Mini haben sie zum Beispiel für Klima & Co eine nostalgische Leiste mit Kippschaltern in die Mittelkonsole gezimmert. Kein Wunder, denn Ora-Mutter Great Wall Motors hat den Mini zumindest in der aktuellen E-Version gemeinsam mit BMW entwickelt und produziert ihn für die Bayern auch. Doch drumherum flimmern wie in jedem Auto aus China riesige Bildschirme, auf denen Grafiken von bestechender Schärfe laufen.

Dazu gibt es eine Materialanmutung, die selbst den angeblich auch so noblen Mini ziemlich preiswert aussehen lässt. Weich unterschäumte Kunststoffe, wo man auch hinfasst, hübsch abgesetzte Applikationen im nostalgischen Messing-Look und überall ein Funkeln und Glitzern – so wird der Ora 5 zum Schmuckkästchen auf Rädern.
Für jeden der richtige Antrieb
Retro trifft Zeitgeist, das gilt auch beim Blick unter die Haube. Während Ora den 03 ausschließlich elektrisch anbietet, haben die Chinesen beim großen Bruder auf die etwas erkaltete Euphorie für Akku-Autos reagiert und die Palette erweitert. Ja, natürlich gibt es auch einen Stromer, der mit 150 kW/204 PS bis zur 170 km/h schnell fährt und einen 58 kWh großen Akku für etwa 430 Kilometer Normreichweite bekommt.











