Expertin warnt
Deshalb ist es ungesund, bei Konzerten zu sitzen
16.08.2026 – 10:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Tanzt mehr: So lautet der Appell einer Neurowissenschaftlerin. Sie erklärt, warum das Gehirn schon für kurze Tanzeinlagen dankbar ist.
Wer stocksteif Musik hört, unterdrückt nach Worten einer Neurowissenschaftlerin natürliches Verhalten. „Rhythmen lösen spontane Bewegungsimpulse aus, wir müssen uns also aktiv beherrschen, um uns nicht zu bewegen. Damit tun wir uns nichts Gutes“, sagte Julia F. Christensen im Interview der Zeitschrift „Psychologie Heute“. Der Impuls, einem Rhythmus mit Bewegung zu folgen, sei bereits im Gehirn von Neugeborenen angelegt.
Erwachsene seien jedoch oft durch Scham blockiert, fügte die frühere Profiballetttänzerin hinzu. „Das Gehirn bremst dann die Muskeln aus, weil es soziale Bewertung fürchtet. Oft liegt es weniger daran, nicht tanzen zu können, als daran, es sich nicht zu erlauben.“ In der hiesigen Kultur gelte Körperlichkeit als etwas Unkontrolliertes, das es zu disziplinieren gelte: „Wir lernen, stocksteif im Konzert zu sitzen, anstatt das zu tun, was unser Gehirn automatisch tun würde: uns mitzubewegen.“
Mit Spaß und Bewegung gegen Stress
Menschen hätten ein großes Bedürfnis, sich auszudrücken – und zugleich zu wenige Möglichkeiten dafür. „Deswegen fühlen wir uns emotional erschöpft“, mahnte Christensen. „Tanzen kann diesen inneren Stau lösen.“ Vor allem beim Hobbytanz kommen nach ihren Worten drei zentrale Faktoren zusammen: „Bewegung, emotionaler Ausdruck und soziales Miteinander.“ Tanzen stärke die Muskulatur und rege das Herz-Kreislauf-System sowie den Stoffwechsel an. Auch sei Tanzen völlig ohne Wettbewerbsgedanken möglich: „als Miteinander, bei dem man mit anderen tanzt, nicht gegen sie“.
Schon eine Tanzpause von wenigen Minuten könne „wie ein kleiner Energieschub“ wirken, betonte die Expertin.
Ein Tipp für Tanzmuffel
Weniger Tanzbegeisterten rät sie, mit Musik anzufangen, die einen selbst berührt. „Je besser uns die Musik gefällt, umso deutlicher spüren wir unseren persönlichen Groove.“ Das funktioniere auch in Online-Kursen zu Hause und in jedem Alter: „Es gibt keinen richtigen Tanz, sondern nur den, der intrinsisch motiviert ist. Perfektion ist nicht wichtig, jede Bewegung aus Freude zählt.“












