„Es geht ihm schlecht“
Experten haben kaum noch Hoffnung für den Buckelwal
Aktualisiert am 29.03.2026 – 21:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Seit Tagen hält das Drama um den Buckelwal in der Ostsee an. Zurzeit liegt er wieder in relativ seichtem Wasser. Und in der Nacht soll der Wasserstand bedenklich sinken.
Vor Timmendorfer Strand gerettet, vor Wismar erneut aufgesetzt: Die Aussichten für den Buckelwal vor der Ostseeküste verschlechtern sich. Das Tier sei sehr geschwächt, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Burkard Baschek, bei einer Pressekonferenz in Wismar. Der Fitnesszustand des Wals habe sich im Vergleich zum Samstag deutlich verschlechtert. Laut Meeresmuseum ist die Atemfrequenz des Buckelwals reduziert.
In der Nacht zu Sonntag konnte sich der zwölf bis 15 Meter lange Wal bei steigendem Wasserstand zunächst selbst von einer Sandbank vor der kleinen Insel Walfisch in der Wismarbucht freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest – ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle. Scheinbar regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stieß er eine Wasserfontäne in die Luft. Auch am Abend war die Lage unverändert. Die Experten hoffen, dass er sich vielleicht in der Dunkelheit in Bewegung setzt.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, man wolle den Wal jetzt in Ruhe lassen – in der Hoffnung, dass er Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet. Seine Rufe seien seit Samstag weniger geworden. „Es geht ihm schlecht“, sagte der Minister. Die Behörden haben nach seinen Worten ein Sperrgebiet im Umkreis von 500 Metern rund um den Wal gezogen, in das kein Schiff oder Boot hineinfahren darf. „Die Polizei hat die Überwachung übernommen“, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich auf der Seebrücke.
Baschek sagte, der Wal liege in einer Wassertiefe, die etwa der in der Nacht zu Sonntag entspreche, als sich das Tier selbst befreit habe. Er beschrieb die jüngste Situation deshalb nicht als Strandung, sondern als „Leibaufsetzen“ des Wals. Er könne sich aktuell selbst befreien, unternehme aber keinen Versuch dazu, sagte Baschek.
Der Ernährungszustand des Wals ist gut, wie Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule Hannover sagte. Buckelwale könnten wochenlang ohne Nahrung auskommen.












