Infektionsweg in Klärung
Seltenes Virus fordert erneut Todesopfer in Bayern
30.04.2026 – 13:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Infektionen mit dem Borna-Virus sind selten, enden aber oft tödlich. Jetzt gibt es in Bayern einen weiteren Fall. Was Experten zur Prävention raten.
Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben. Die Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt mit. Infektionen mit dem Virus, das vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen werde, seien außerordentlich selten, verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich, hieß es weiter.
Das Gesundheitsamt sei mit der Klärung des Infektionswegs befasst und stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Aktuell sei nicht bekannt, wo und wie sich der Mensch infiziert habe.
Jährlich werden bundesweit weniger als zehn Infektionsfälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Die Insektenfresser sind scheu, nachtaktiv, sehr selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.
Experten raten daher zu folgenden Schutzmaßnahmen:
Weiterhin sei vorstellbar, dass die Übertragung über ein Bindeglied erfolgt, etwa Hauskatzen, die Spitzmäuse jagen, schreibt das LGL Bayern. Über den Kot scheiden Katzen das Virus nicht aus, aber denkbar sei, dass sie infektiöse Geweberückstände einer gefangenen Spitzmaus an Maul oder Pfoten ausweisen. Diese Hypothese sei noch nicht bewiesen, die Experten raten dennoch dazu, vorsichtshalber den direkten Kontakt zur Katze für einige Stunden zu vermeiden, sollte man merken, dass sie eine Spitzmaus gefangen hat.
Im März wurde ein Infektionsfall im Landkreis Erding gemeldet. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein 57 Jahre alter Mensch. Wenige Monate zuvor waren zwei Menschen aus dem oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm an dem Borna-Virus gestorben. Für die Häufung von zwei Borna-Fällen in der Gegend gab es damals keine Erklärung.
Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst. Zu den Symptomen gehören zu Beginn Kopfschmerzen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Binnen weniger Tage kommt es zu neurologischen Symptomen, wie Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Gangstörungen.
Der Erreger ist bei Tieren seit Langem bekannt. Aber erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei eine Gehirnentzündung verursacht, die in bis zu 90 Prozent tödlich endet. Überlebende tragen in der Regel schwere Folgeschäden davon. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.












