US-Arzt infiziert
Behandlung des Ebola-Patienten in der Charité beginnt
Aktualisiert am 20.05.2026 – 11:35 UhrLesedauer: 3 Min.
Die USA haben Deutschland um Behandlung eines Ebola-Patienten gebeten, der sich im Kongo infiziert hat. Der Infizierte wird nun in der Berliner Charité behandelt.
In der Berliner Charité hat die Behandlung des US-Amerikaners begonnen, der in der Nacht zu Mittwoch mit einer Ebola-Infektion eingeliefert worden war. Ärzte und Pflegekräfte kümmern sich derzeit um die Diagnostik und medizinische Versorgung, teilten das Bundesgesundheitsministerium und die Charité der Deutschen Presseagentur mit.
Zum Gesundheitszustand des Patienten wollten sich die Verantwortlichen noch nicht äußern. Der Mann wird auf der besonders gesicherten Sonderisolierstation des Universitätsklinikums behandelt.
- Ebola-Ausbruch im Kongo: Wird es auch in Deutschland zur Gefahr?
Nach Angaben des Ministeriums wurde der Patient von der US-Regierung von Uganda nach Deutschland mit einem speziellen Flugzeug transportiert. Vom Flughafen zur Charité wurde ein spezieller Infektions-Rettungswagen genutzt. Dieser sei extra für den Transport von Patienten mit hochansteckenden Infektionskrankheiten ausgestattet gewesen, so das Ministerium.
Sechs Kontaktpersonen sollen nach Deutschland kommen
Laut US-Medien und einer christlichen Missions-Organisation handelt es sich bei dem Infizierten um einen Arzt, der sich beim Behandeln in einem Krankenhaus im Kongo infiziert hat. Die US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigte, dass der Mann im Kongo gearbeitet und am Wochenende positiv getestet worden sei.
Zusammen mit dem Patienten sollen auch sechs Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko nach Deutschland verlegt werden. Zu ihrer Nationalität wurden keine Angaben gemacht.
Ebola-Infizierter in Charité: Besteht Gefahr für die Bevölkerung?
Weder für die Bevölkerung noch für Patienten der Charité, wo der Mann behandelt werden soll, besteht Gefahr, wie das Bundesgesundheitsministerium betont. Der Patient werde vollständig isoliert auf der Sonderstation aufgenommen und behandelt. Diese sei komplett vom regulären Klinikbetrieb getrennt.
Auch im Umgang mit möglicherweise kontaminierten Materialien gelten demnach höchste Sicherheitsstandards. Das Abwasser werde in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Die gebrauchten Schutzanzüge und anderer Müll werden demnach durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. Darüber hinaus werde die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.
Ebola-Patient wird zunächst gründlich untersucht
Welche Behandlung des Ebola-Patienten notwendig ist, hängt von seinem Gesundheitszustand bei der Aufnahme ab. Deshalb beginnt laut Ministerium zunächst eine tiefgehende Untersuchung und Diagnostik: Die räumliche Nähe zum Robert Koch-Institut sei dabei ein großer Vorteil. In einem Speziallabor könnten Wissenschaftler unter anderem komplexe Blutuntersuchungen machen.
Am wichtigsten sei die Möglichkeit, den Patienten trotz höchster Schutzstufe intensivmedizinisch behandeln zu können – das erhöhe die Überlebenschancen deutlich. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprünglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.












