Was diese anatomischen Abweichungen im Einzelfall hervorruft, ist bislang nicht sicher geklärt. Sie lösen jedoch bei Menschen mit Eagle-Syndrom Schmerzen und weitere Symptome aus, wenn dabei angrenzende Gewebe oder Strukturen gereizt oder eingeengt werden. Diese sind teils abhängig von bestimmten Kopfbewegungen oder bestehen ständig.
Wichtig zu wissen: Ein längerer Griffelfortsatz bereitet nicht automatisch Beschwerden. Statistisch gesehen findet sich zwar bei etwa 4 von 100 Menschen ein ungewöhnlich langer Griffelfortsatz, der sich dann auch ertasten lässt. Symptome spüren jedoch nur etwa 4 von 100 Betroffenen, also viel weniger – der Rest bleibt beschwerdefrei. Zeigen sich Anzeichen wie beim Eagle-Syndrom, ist der Griffelfortsatz in der Regel länger als drei Zentimeter, vereinzelt sogar länger als fünf Zentimeter.
Gut zu wissen
Der Name Eagle-Syndrom geht auf den US-amerikanischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt Watt W. Eagle zurück, der die Erkrankung im Jahr 1937 erstmals beschrieb.
Eagle-Syndrom: Welche Behandlung die Symptome lindert
Ein überlanger Griffelfortsatz muss nicht zwingend behandelt werden. Erst wenn ein Eagle-Syndrom vorliegt, also Schmerzen und andere Symptome damit einhergehen, ist eine Therapie ratsam.
Anfangs können beim Eagle-Syndrom konservative, also nicht-operative Methoden zum Einsatz kommen, wie beispielsweise:
- Schmerzmittel
- entzündungshemmende Mittel (Glukokortikoide)
- Mittel aus der Gruppe der Antidepressiva
- Wärmeanwendungen
Lassen sich die Symptome des Eagle-Syndroms damit nicht ausreichend lindern, kann eine Operation erforderlich sein. Für den Eingriff stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Am wirksamsten ist es dabei, den Griffelfortsatz chirurgisch zu verkürzen. Unter Umständen wird der Griffelfortsatz auch zusammen mit verknöcherten Anteilen des Ligamentum stylohyoideum entfernt.
Je nach OP-Methode erfolgt der Eingriff über den Rachenraum oder von außen über den Hals. Für gewöhnlich lassen die Symptome bereits kurz nach der Operation nach.









