Große Studie belegt Risiko
Was Ex-Raucher über E-Zigaretten wissen sollten
09.06.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 3 Min.
Raucher, die auf E-Zigaretten umsteigen, gehen laut einer neuen Studie ein beträchtliches Risiko ein – zumindest im Vergleich zu denjenigen, die ganz aufhören.
Dampfen soll weniger schädlich sein als Tabakrauchen und den Ausstieg aus der Nikotinsucht erleichtern. Doch wie gesundheitsgefährdend E-Zigaretten tatsächlich sind, ist bislang nicht abschließend geklärt. Da sie erst seit vergleichsweise kurzer Zeit verbreitet sind, fehlen noch viele Erkenntnisse zu ihren langfristigen gesundheitlichen Folgen.
Eine neue Studie aus Südkorea liefert nun Hinweise auf mögliche langfristige Risiken von E-Zigaretten: Demnach erkrankten ehemalige Raucher, die nach dem Rauchstopp auf die elektronische Alternative umgestiegen waren, häufiger an Lungenkrebs und starben auch öfter daran als Menschen, die vollständig auf Tabak- und Nikotinprodukte verzichteten.
Daten von mehr als 4,5 Millionen Menschen ausgewertet
Für die Untersuchung werteten Forscher Daten des südkoreanischen Gesundheitsvorsorgeprogramms aus. Erfasst wurden mehr als 4,5 Millionen Menschen mit einer Rauchvorgeschichte.
Die Wissenschaftler verglichen verschiedene Gruppen: Personen, die weiter rauchten, Menschen, die komplett mit dem Rauchen aufgehört hatten, sowie ehemalige Raucher, die nach dem Rauchstopp E-Zigaretten nutzten. Danach verfolgten sie bis zu sechs Jahre lang, wer Lungenkrebs entwickelte oder daran starb.
Höheres Risiko bei Umstieg auf E-Zigaretten
Die zentrale Erkenntnis: Ehemalige Raucher, die auf E-Zigaretten umgestiegen waren, erkrankten häufiger an Lungenkrebs als Menschen, die vollständig abstinent geblieben waren. Konkret: Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, war bei den E-Zigaretten-Nutzern im Vergleich zu früheren Rauchern, die vollständig auf Nikotin verzichtet hatten, um 56 Prozent höher. Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, lag sogar doppelt so hoch. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Menschen zwischen 50 und 80 Jahren, die über viele Jahre stark geraucht hatten.
Der nicht an der Studie beteiligte Suchtforscher Daniel Kotz vom Universitätsklinikum Düsseldorf zieht aus den Befunden der Studie einen eindeutigen Schluss: „E-Zigaretten sind risikobehaftet und keine geprüften Entwöhnungsprodukte. Sie können daher grundsätzlich nicht zur Tabakentwöhnung empfohlen werden“, erklärte er dem Science Media Center (SMC).
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Die Grenzen der Studie
Trotz der großen Teilnehmerzahl ist die Aussagekraft der Untersuchung begrenzt. Zum einen, weil es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Als solche kann sie zwar Zusammenhänge aufzeigen, nicht aber beweisen, dass die E-Zigaretten tatsächlich die Ursache für das erhöhte Risiko waren.
Zum anderen wurden die Teilnehmer höchstens sechs Jahre lang beobachtet. Für eine Erkrankung wie Lungenkrebs, die sich oft über Jahrzehnte entwickelt, ist das ein vergleichsweise kurzer Zeitraum. Hinzu kommt: Die Angaben zum E-Zigaretten-Konsum beruhten auf Selbstauskünften. Auch Unterschiede zwischen verschiedenen Geräten, Liquids oder Konsummustern wurden nicht erfasst.











