Unglück in Lederfabrik
Drei Tote und mehrere Verletzte bei Arbeitsunfall
Aktualisiert am 17.04.2026 – 07:35 UhrLesedauer: 2 Min.
In einer Fabrik im Ort Runkel in Mittelhessen kommen mehrere Menschen ums Leben, weitere werden verletzt. Vieles ist noch unklar.
Bei einem Arbeitsunfall in einer Lederfabrik und Pelzgerberei im hessischen Runkel sind drei Arbeiter ums Leben gekommen. Zwei weitere Männer seien schwer verletzt und mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht worden, teilte das Landesinnenministerium mit. Die Verletzten schweben nach offiziellen Angaben in Lebensgefahr. Rund 150 Rettungskräfte von Polizei, Feuerwehr und Gefahrenabwehr waren zeitweise im Einsatz.
Nach Angaben von Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) gehen die Behörden davon aus, dass es in der Grube der Gerberei zu einer Kohlenmonoxidvergiftung gekommen sei, die zum Tod der Arbeiter geführt habe. Nach ersten Erkenntnissen waren sie nacheinander in die Grube gestiegen und dort verunglückt.
Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, sagte der Pressesprecher der Gefahrenabwehr des Landkreises Limburg-Weilburg. Es seien keine giftigen Stoffe aus der Grube ausgetreten. Die Toten und Verletzten seien am späten Nachmittag aus einer Auffangklärgrube der Gerberei geborgen worden. Sie waren von einem Mitarbeiter der Firma aufgefunden worden. Mit welchen Chemikalien sie genau in Berührung gekommen seien, müsse noch ermittelt werden.
Da in dem betroffenen Betrieb mit verschiedenen Chemikalien gearbeitet werde, würden die Einsatzkräfte, die unmittelbar mit den verletzten Personen in Kontakt standen, dekontaminiert und vorsorglich einem Arzt vorgestellt. Davon sind nach derzeitigem Stand etwa 45 bis 50 Einsatzkräfte betroffen.
Bürgermeisterin Antje Hachmann zeigte sich am späten Abend entsetzt über das Ausmaß. Es sei schrecklich für sie gewesen, sagte sie. „Wir sind eine nicht so große Stadt und man kennt sich hier“, sagte Hachmann.
Bereits auf der Fahrt zum Unglücksort sei ihr durch den Kopf gegangen, wie es wohl den Angehörigen gehe. Sie habe mit einigen gesprochen – ebenso wie Notfallseelsorger vor Ort. Den Einsatzkräften sei sie dankbar. Das Bild der Lage sei bei ihrer Ankunft an der Lederfabrik schlimmer als erwartet gewesen. „Ich musste einmal durchatmen, bevor ich aus dem Auto ausgestiegen bin. Ich bin auch nur ein Mensch.“
