Schwere Vorwürfe gegen Internisten

Kamera auf Intimbereich gerichtet – Patientin entdeckt Handy beim Arzt


Aktualisiert am 14.06.2026 – 10:25 UhrLesedauer: 2 Min.

In Österreich soll ein Internist seine Patientinnen auf einem gynäkologischen Stuhl missbraucht haben. (Symbilbild) (Quelle: imago)

Über einen Hintereingang kommen Patientinnen in die Praxis eines Arztes – angeblich für Untersuchungen. Es gibt keine Zeugen. Bis einer Frau etwas im Behandlungszimmer auffällt.

Gegen einen Internisten aus Graz werden schwere Vorwürfe erhoben. Der Mediziner soll Patientinnen in seiner Privatpraxis sexuell missbraucht und heimlich gefilmt haben. Das berichten die österreichische „Kronen Zeitung“. Einige Frauen sollen während der mutmaßlichen Taten sediert gewesen sein.

Die Übergriffe sollen außerhalb der offiziellen Sprechstundenzeiten begangen worden sein. Die Patientinnen sollen die Privatpraxis über einen Hintereingang betreten haben. Sprechstundenhilfen seien zu den Zeiten nicht in der Praxis anwesend gewesen.

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Patientin entdeckt Handy – Polizei stellt Aufnahmen sicher

Unter dem Vorwand notwendiger Untersuchungen soll der über 60-Jährige seine meist jungen und schlanken Opfer dazu gebracht haben, sich auszuziehen. Die vermeintlichen Untersuchungen sollen zudem nicht auf einer für Internisten üblichen Liege statt, sondern auf einem gynäkologischen Stuhl stattgefunden haben. Teilweise soll er dabei keine Handschuhe getragen haben.

Ins Rollen kam der Fall durch eine Patientin. Ihr sei während eines Termins ein Handy aufgefallen, dessen Kamera auf den Untersuchungsbereich gerichtet gewesen sein soll. Ermittler stellten später Datenträger des Arztes sicher. Darauf fanden sie laut dem Bericht zahlreiche Fotos und Videos nackter Frauen. Der Zoom der Kamera soll überwiegend auf deren Intimbereich gerichtet gewesen sein.

Die Aufnahmen gehen laut der „Kronen Zeitung“ bis in das Jahr 2012 zurück. Viele der sichergestellten Aufnahmen konnten bisher noch keiner konkreten Person zugeordnet werden.

Mediziner darf nicht mehr praktizieren – Ermittlungen dauern an

Bislang konnte die Polizei acht Patientinnen befragen. „Ich war eingeschüchtert, habe mich geschämt. Aber wegen der positiven Bewertungen über ihn im Internet musste ich damit an die Öffentlichkeit, um zu warnen“, erklärte die Frau, die den Fall publik machte.

Inzwischen darf der Mediziner seinen Beruf nicht mehr ausüben. Er weist die Vorwürfe zurück. Sämtliche Untersuchungen seien medizinisch indiziert gewesen, behauptet er. Zudem seien die Videoaufnahmen mit dem mündlichen Einverständnis der Patientinnen entstanden. Bis zu einem Urteil gilt für ihn die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts dauern an.

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