Drei Grauburgunder im Test
Der perfekte Wein für heiße Sommertage
30.05.2026 – 12:24 UhrLesedauer: 3 Min.

Sommerwein mit Charakter: Drei deutsche Grauburgunder zeigen im t-online-Test, wie unterschiedlich die beliebte Weißwein-Rebsorte schmecken kann.
Der Grauburgunder gehört längst zu den festen Größen unter den deutschen Weißweinen. Die Rebsorte steht für milde Säure, zugängliche Frucht und vielseitigen Genuss – doch wie unterschiedlich Grauburgunder ausfallen kann, zeigt unser t-online-Weintest. Drei deutsche Weingüter aus Nahe, Rheinhessen und der Pfalz beweisen, wie stark Herkunft, Ausbau und Stil des Winzers den Charakter eines Weins prägen können: vom unkomplizierten Fruchtwein über den strukturierten Holzfass-Ausbau bis hin zum mineralisch geprägten Burgunder vom Kalksteinboden.
Grauburgunder trocken 2024 – Meinhard (Nahe)
Frische, Frucht und unkomplizierter Genuss: Diesen Ansatz verfolgt das Weingut Meinhard im Weinanbaugebiet Nahe. Im Glas zeigt sich der Grauburgunder in brillantem Strohgelb mit leicht grünlichen Reflexen. Schon in der Nase wirkt der Wein sehr offen. Besonders präsent sind Aromen von Birnen, roten Äpfeln und frischen Zitronen. Dazu kommen feine Noten von Mandeln, die dem Duft zusätzliche Tiefe verleihen.

Warum ich gute Weine liebe
Schon die alten Griechen ehrten den Wein als Geschenk der Götter – nicht umsonst widmeten sie ihm eigene Gottheiten. Diesem kulturellen Erbe konnte ich mich kaum entziehen. Denn kaum ein anderes Getränk ist so tief in Geschichte, Mythologie und Lebenskunst verwoben wie der Wein. Darum führt mich jede Reise, ob beruflich oder privat, unweigerlich auch zur lokalen Weinkarte. Wein ist mehr als Genuss. Er duftet nicht nur – er erzählt: von kalkreichen Hügeln, heißen Tagen und kühlen Nächten.
Am Gaumen präsentiert sich der Wein kraftvoll, aber dennoch ausgewogen. Die Frucht bleibt klar im Vordergrund: Saftige Birnen dominieren, begleitet von exotischen Nuancen und einem Hauch Mango im Nachhall. Gleichzeitig sorgt die lebendige Säure für Frische und Struktur. Auffällig ist der angenehme Schmelz, der dem Wein trotz seiner Frische eine weiche Textur verleiht.
Holznoten oder opulente Würze sucht man bei diesem Grauburgunder vergeblich. Denn der Ausbau erfolgt im Edelstahltank. Edelstahl ist inert, reagiert also nicht mit dem Wein und bringt deshalb auch keine eigenen Aromen in das Getränk. Eine gute Wahl für einfachere Weißweine, die jung getrunken werden sollten – wie im Fall des Grauburgunders von Meinhard.
Geschmack: 4 von 5 Punkten
Trinkempfehlung: besonders harmonisch zu gegrilltem Fisch, Ofengemüse, Geflügel oder mediterranen Gerichten mit frischen Kräutern.
Grauburgunder „S“ 2025 – Bretz (Rheinhessen)
Oft zeigt er sich ein Grauburgunder weich und cremig – besonders dann, wenn er im Holzfass ausgebaut wurde. Genau diesen bekannten Stil interpretiert das rheinhessische Weingut Bretz jedoch auf eigene Weise neu. Denn Bretz setzt auf mehrfach belegte Stückfässer. Dadurch bleibt der Einfluss des Holzes im Wein bewusst zurückhaltend. Der Grauburgunder gewinnt Struktur und Tiefe, ohne von süßlichen Röstaromen dominiert zu werden.
Im Glas zeigt sich der Wein hellgolden mit klaren Reflexen. In der Nase dominieren frische und präzise Aromen: Melone und Birne stehen im Vordergrund. Dazu kommen würzige Nuancen, die an Anis und frische Kräuter erinnern.
Am Gaumen wirkt der Grauburgunder zunächst überraschend voll, wird aber nicht fettig. Die Frucht wird von einer lebendigen Frische getragen. Neben Birne und Apfel treten zunehmend Zitrusnoten hervor. Der Abgang bleibt frisch, leicht würzig und angenehm trocken. Mit seiner klaren Struktur eignet sich der Wein sowohl als Speisebegleiter als auch für den unkomplizierten Genuss an warmen Abenden.












