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Diese Städte langen bei Firmen am stärksten zu
05.10.2026 – 13:00 UhrLesedauer: 5 Min.

Der durchschnittliche Gewerbesteuer-Hebesatz liegt weiter auf hohem Niveau. Ein Bundesland fällt besonders auf. Der Bund der Steuerzahler warnt vor einem „Teufelskreis“.
Nirgendwo in Deutschland verlangen Kommunen von Unternehmen so viel Geld wie im Ruhrgebiet. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Bundes der Steuerzahler (BdSt) zur Gewerbesteuer, die t-online exklusiv vorliegt. Für die Erhebung hat der Verband bundesweit 200 Städte mit mindestens 50.000 Einwohnern untersucht.
Die höchsten Hebesätze rufen zwei Städte aus Nordrhein-Westfalen auf: Oberhausen und Mülheim an der Ruhr verlangen jeweils einen Hebesatz von 580 Prozent. Dahinter folgen Erftstadt mit 565 Prozent, Kerpen mit 550 Prozent sowie Bonn mit 537 Prozent. Alle fünf Spitzenreiter liegen in Nordrhein-Westfalen.
Der Hebesatz ist der Faktor, mit dem jede Kommune ihre Gewerbesteuer selbst festlegt. Je höher er ausfällt, desto mehr zahlen die ortsansässigen Unternehmen. Im Durchschnitt der 200 untersuchten Städte liegt er inzwischen bei mehr als 447 Prozent – ein Jahr zuvor waren es rund 445 Prozent.
Am günstigsten ist ebenfalls eine NRW-Stadt
Das andere Ende der Skala führt Leverkusen an: Mit 280 Prozent verlangt die Stadt den mit Abstand niedrigsten Hebesatz aller untersuchten Kommunen. Es folgen Friedrichshafen (350 Prozent) sowie Wolfsburg, Ulm, Neu-Ulm und Langenfeld mit jeweils 360 Prozent.
Im Ländervergleich zeigt sich ein klares Gefälle: Die höchsten Durchschnittssätze haben Nordrhein-Westfalen (480 Prozent) und das Saarland (490 Prozent), die niedrigsten Baden-Württemberg (404 Prozent) und Bayern (418 Prozent).
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19 Städte haben kräftig erhöht
Die Erhebung zeigt auch, dass die Belastung weiter steigt: 19 der 200 untersuchten Städte haben ihre Hebesätze gegenüber dem Vorjahr angehoben, nur eine einzige hat sie gesenkt – und das kaum spürbar: Essen reduzierte den Satz um gerade einen Prozentpunkt auf 479 Prozent und bleibt damit weiterhin klar über dem Durchschnitt. Am stärksten langte dagegen Kerpen zu – plus 50 Prozentpunkte –, gefolgt von Baden-Baden (plus 45) und Marburg (plus 40).
Auffällig ist die Häufung in Nordrhein-Westfalen: Zehn der 19 Städte mit Erhöhungen liegen dort. Das relativiert sich allerdings zum Teil dadurch, dass NRW mit 79 der 200 untersuchten Städte ohnehin rund 40 Prozent des Vergleichs stellt – mehr NRW-Städte im Topf bedeuten fast zwangsläufig auch mehr NRW-Städte unter den Erhöhern.
Dass das Land aber tatsächlich heraussticht, zeigt eine Kennzahl, die von der Stichprobengröße unabhängig ist: Mit durchschnittlich rund 480 Prozent liegen die NRW-Hebesätze deutlich über denen des restlichen Bundesgebiets (426 Prozent). Und auch der Anteil der Städte, die erhöht haben, ist in Nordrhein-Westfalen mit knapp 13 Prozent fast doppelt so hoch wie andernorts.
Steuerzahlerbund spricht von „Teufelskreis“
Für den Bund der Steuerzahler ist die Entwicklung ein „Warnschuss“. Hohe Hebesätze, so die Argumentation des Verbands, vertrieben Unternehmen in steuergünstigere Umlandgemeinden und schwächten so die lokale Wirtschaft. „Was kurzfristig Haushaltslöcher stopfen soll, droht langfristig die Basis zu zerstören“, heißt es vom Verband. „Denn je höher die Gewerbesteuer, desto unattraktiver wird der Standort – erst im innerdeutschen Wettbewerb, dann im internationalen Vergleich.“











