Kurz vor Abgabe ihres Berichts sickern erste Ergebnisse der Rentenkommission durch. Und die stimmen zuversichtlich. Das könnte tatsächlich die Rettung der Rente werden.
Endlich, endlich, endlich! Mit großer Spannung hat das politische Berlin auf den Bericht der Rentenkommission gewartet. Final vorgestellt ist er zwar noch nicht, das geschieht erst am Dienstag. Doch schon jetzt sind erste Details durchgesickert.
Und die wecken Optimismus, dass die finanzielle Schieflage im Rentensystem doch noch behoben wird. Gerade weil viele der Punkte längst überfällig sind, muss man deshalb hoffen, dass Schwarz-Rot die Empfehlungen auch tatsächlich eins zu eins umsetzt – und nicht wieder alles zerredet.
Endlich könnte dann nämlich die Kapitaldeckung in der sogenannten „ersten Säule“ der Altersvorsorge, also in der gesetzlichen Rente, kommen. Zwar ist es für Beitragszahler und Unternehmen unschön, dass sie der Idee zufolge dafür künftig einen zusätzlichen Beitrag von bis zu zwei Prozentpunkten aufwenden sollen. Dieses Geld wäre aber im wahrsten Wortsinn gut angelegt, weil es in ein breit gestreutes, risikoarmes, über die Jahrzehnte jedoch hoch lukratives Investment am Aktienmarkt fließen würde. Das dann später durch den Zinseszinseffekt für ein stärkeres Rentenplus sorgen könnte.
Ein fairer, logischer, transparenter Schritt
Endlich wäre dann auch Schluss mit der „Rente mit 63“. Die sendet seit Jahren schon das völlig falsche Signal, dass ein früherer Renteneintritt nicht nur individuell wünschenswert, sondern im Sinne der Gesellschaft auch legitim sei. Was im Einzelfall sicher so sein mag, ist für unser Land eine fatale Entwicklung. Denn in alternden Gesellschaften wie der deutschen braucht es jede Frau und jeden Mann im Arbeitsmarkt. Sonst bleibt die Arbeit liegen und unser aller Wohlstand schrumpft.
Endlich, und das ist der vielleicht wichtigste Punkt, käme dann auch die von Ökonomen und Experten lange ersehnte Koppelung des regulären Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Viele Länder kennen eine solche Regelung bereits und sie hat sich bewährt, weil sie fair ist, logisch und auch transparent: Wer länger (gut und gesund) lebt, muss auch länger arbeiten.
Die Lebenserwartung ist reine Statistik, der Kanzler würde sagen „Mathematik“, sie ist unanfällig für immer neue politische Debatten. Und sie würde im Modell der Rentenkommission tatsächlich nur zu einem (fast zu) moderaten Anstieg des Renteneintrittsalters führen. Die zuletzt von einer Zeitung geunkte „Rente mit 70“ käme, wenn überhaupt, erst Ende dieses Jahrhunderts.
Schwarz-Rot braucht jetzt Mut zur Umsetzung
Wäre noch mehr gegangen? Ja. Vor allem die Entkoppelung von Rentenniveau und durchschnittlicher Lohnentwicklung wäre ein weiterer guter Schritt gewesen, eine Orientierung an der Inflationsrate weitaus sinnvoller. Auch wäre es noch besser gewesen, keine extra Beiträge für die Kapitalmarkt-Rente zu erheben, sondern einen Teil des bestehenden Beitrags in Aktien zu investieren. Und das Verhältnis Arbeit zu Rentenzeit hätte sich in puncto Lebenserwartung noch stärker zugunsten niedrigerer Beiträge austarieren lassen.










