Alkohol fördert die Urinbildung
Alkoholika wie Bier, Wein, Sekt und hochprozentige Getränke können die Beschwerden einer vergrößerten Prostata ebenfalls verstärken. Alkohol fördert bei vielen Menschen die Urinbildung und kann die Blase empfindlicher machen. Nach einem Abend mit Alkoholkonsum steigt deshalb häufig der Harndrang. Besonders störend wirkt sich das aus, wenn Betroffene ohnehin nachts mehrmals zur Toilette müssen.
Vorsicht bei Kohlensäure
Kohlensäurehaltige Getränke können ebenfalls die Blase belasten, wenn die enthaltene Kohlensäure die Blasenwand reizt. Bei einer empfindlichen oder überaktiven Blase kann das unter Umständen den Harndrang verstärken. Auch zuckerhaltige und saure Getränke wie Fruchtsäfte können der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e. V. zufolge Harndrang begünstigen.
Auch gibt es Männer, die nach dem Verzehr scharfer Speisen oder dem Konsum künstlicher Süßstoffe eine Zunahme der Beschwerden bemerken. In der Regel haben Betroffene ein gutes Gespür dafür, was ihnen bekommt und was die Beschwerden verstärkt.
Blasenreizende Getränke bei häufigem Harndrang nur in Maßen trinken
Nicht jede Person mit einer Prostatavergrößerung muss vollständig auf die genannten Getränke verzichten. Ein zeitlich begrenzter Versuch kann zeigen, ob sich die Beschwerden bessern, wenn weniger davon getrunken wird. Betroffene können alternativ zunächst koffeinfreien Kaffee oder Tee, kohlensäurefreies Wasser oder stark verdünnte Fruchtsäfte wählen und einige Tage beobachten, ob Harndrang und nächtliche Toilettengänge abnehmen.
Die Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Benignen Prostatasyndroms (BPS)“ empfiehlt, blasenreizende Getränke wie Kaffee und Tee im Falle von häufigem Wasserlassen und verstärktem Harndrang zu reduzieren. Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum sollte vermieden werden. Aus gesundheitlicher Sicht gilt generell, möglichst wenig oder gar keinen Alkohol zu trinken. Zumal Studien darauf hindeuten, dass ein hoher Alkoholkonsum mit Prostatakrebs zusammenhängt.
Zum richtigen Zeitpunkt trinken
Auch die Trinkmenge und der Zeitpunkt spielen eine wichtige Rolle. Wer abends große Mengen trinkt, muss nachts häufiger Wasser lassen. Die Leitlinie rät, die tägliche Trinkmenge von 1,5 Litern gleichmäßig über den Tag zu verteilen und eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr am Abend zu vermeiden.
Trotz Harndrang ausreichend trinken
Ebenfalls sollte laut Leitlinie die Trinkmenge nicht pauschal stark eingeschränkt werden. Eine stark verminderte Flüssigkeitszufuhr kann bei irritativen Blasenbeschwerden den Autoren zufolge zu einer Zunahme der Beschwerden führen.
Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft e. V. betont ebenfalls die Wichtigkeit einer ausreichenden Trinkmenge: Eine dauerhaft reduzierte Flüssigkeitszufuhr könne Blasenprobleme verstärken. Sei die Blase immer nur gering gefüllt, erschlaffe die Blasenmuskulatur und das Fassungsvermögen der Blase verringere sich. Die Blase braucht Training. Außerdem fördert Trinken das Ausspülen von krankheitserregenden Keimen.









