Einige stechen besonders heraus
Schwänzer im Bundestag: Diese Politiker fehlen am häufigsten
26.05.2026 – 13:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer im Bundestag fehlt, verliert Geld – das schreckt manche Abgeordnete offenbar wenig. Eine Auswertung zeigt, wer besonders oft den Plenarsaal meidet.
Wie häufig Bundestagsabgeordnete bei wichtigen Entscheidungen im Parlament fehlen, zeigt eine Auswertung namentlicher Abstimmungen in der laufenden Legislaturperiode. Vor allem Parlamentarier der Opposition waren demnach oft nicht im Plenum vertreten.
Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) wertete die Protokolle von 51 namentlichen Abstimmungen aus. Bei diesem Verfahren müssen Abgeordnete ihre Stimme persönlich abgeben. Es kommt meist bei politisch besonders umstrittenen Entscheidungen zum Einsatz.
Angeführt wird die Liste der Fehlzeiten vom Linken-Abgeordneten Gerhard Trabert. Er hatte nach mehreren Schlaganfällen zuletzt an keiner der Abstimmungen teilgenommen. Auch Mutterschutz und familiäre Verpflichtungen spielten bei einigen Abgeordneten eine Rolle. So fehlten laut der Auswertung unter anderem die AfD-Politikerin Angela Rudzka und die Grünen-Abgeordnete Denise Loop häufiger.
Regeln zur Abwesenheit zuletzt verschärft
Andere Parlamentarier blieben dagegen aus anderen Gründen Sitzungen fern. Der Linken-Politiker Gregor Gysi etwa verpasste laut Auswertung rund jede zweite namentliche Abstimmung. Neben seinem Mandat arbeitet Gysi weiterhin als Rechtsanwalt und betreibt gemeinsam mit Karl-Theodor zu Guttenberg einen Podcast. Nebentätigkeiten von Bundestagsabgeordneten sind gesetzlich erlaubt. Im Abgeordnetengesetz heißt es zugleich, dass die Ausübung des Mandats im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen soll.
Union und SPD hatten die Regeln zur Anwesenheit zuletzt verschärft. Wer eine namentliche Abstimmung versäumt, muss in der Regel einen Abzug bei der monatlichen Kostenpauschale hinnehmen. Diese beträgt derzeit 5.467 Euro.
Besonders häufig fehlte laut der Auswertung auch der fraktionslose Abgeordnete Sieghard Knodel. Der frühere AfD-Politiker hatte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben kaum Gewissensbisse wegen seiner Abwesenheiten. Zuvor hatte der SWR über entsprechende Aussagen berichtet. Der Grund: Seine Firma zahle so viele Steuern, da könne er auch mal etwas zurückbekommen.
Enge Mehrheit für Schwarz-Rot
Insgesamt zeigt die Auswertung Unterschiede zwischen Regierung und Opposition. Während Abgeordnete der Regierungsfraktionen vergleichsweise häufig anwesend waren, fehlten Parlamentarier der Linken besonders oft.
Für die schwarz-rote Koalition ist die Anwesenheit ihrer Abgeordneten von besonderer Bedeutung. Union und SPD verfügen im Bundestag nur über eine knappe Mehrheit. Fehlende Stimmen könnten daher bei einzelnen Abstimmungen schnell relevant werden.
Mehrere Regierungsmitglieder verpassten dennoch zahlreiche Abstimmungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fehlte laut Auswertung bei mehr als jeder dritten namentlichen Abstimmung. Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) war häufiger nicht im Plenum, was auch mit seinen Reisen zusammenhängen dürfte. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) nahm dagegen an allen 51 Abstimmungen teil. Gleiches galt für den CDU-Politiker Philipp Amthor, der Staatssekretär im Digitalministerium ist.












