Bundespräsidentenwahl
Die „Nachbarin von nebenan“ – Besuch in Aigners Heimatort
Aktualisiert am 07.11.2026 – 14:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Ilse Aigner soll als Kandidatin für das Amt des Staatsoberhaupts nominiert werden. In ihrem Heimatort ist die Freude groß. Was die Menschen dort an ihr schätzen.
Leichter Nebel liegt an diesem Morgen über Feldkirchen-Westerham, in der Bäckerei Kuhn geht Semmeltüte um Semmeltüte über die Theke. Und es gibt ein großes Gesprächsthema. „Ja, natürlich kenne ich Ilse Aigner“, sagt Gerti Bromberger, die gerade ihr Auto vor der Bäckerei abgestellt hat. Feldkirchen-Westerham im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ist der Geburtsort von Aigner, der wohl künftigen Bundespräsidentin.
Bis heute lebt die CSU-Politikerin und bayerische Landtagspräsidentin in der 11.000-Einwohner-Gemeinde. Dort ist sie tief verwurzelt, wie die Menschen unisono berichten. „Das ist die Richtige, weil sie eine liebe, herzliche Frau ist“, findet Bromberger.
„Wie deine Nachbarin von nebenan“
Am Freitagnachmittag kam die Nachricht, über die die Menschen sprechen: In der CDU herrscht Einigkeit, dass Aigner als Kandidatin für das Amt des Staatsoberhaupts nominiert werden soll. Die CSU will sie sowieso, der Koalitionspartner SPD hat Unterstützung signalisiert: Damit gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die 61-Jährige am 30. Januar in der Bundesversammlung als Nachfolgerin von Frank-Walter Steinmeier gewählt wird. Als erste Frau in diesem Amt und als Erste mit CSU-Parteibuch.

Herlinde Weis-Wörndl kennt Aigner aus dem Trachtenverein „Mangfalltaler Westerham“. Es sei „ganz toll“, wenn einmal eine Bayerin Staatsoberhaupt werde, sagte sie. Sie beschreibt Aigner als nahbar und bodenständig. „Die sitzt neben dir und ratscht ganz normal.“ Es könne durchaus sein, dass man sie heute noch beim Einkaufen treffe. „Dann triffst du sie so wie deine Nachbarin von nebenan.“
Heimatverbunden und nah am Menschen
Bei einer Sache hat Weis-Wörndl allerdings doch ein wenig Zweifel: „Auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, ob die wirklich nach Berlin geht – weil sie so heimatverbunden ist. Aber ich wünsche ihr, ich hoffe, dass sie es wird.“ Und sie hoffe, „dass es ihr da oben gut geht. Und ja, dass sie trotzdem heimatverbunden bleibt“.
Das Wort heimatverbunden fällt an diesen Morgen öfter. Im Ort hört man, dass Aigner sich trotz ihres Landtagsamts in die Gemeinde einbringe, an den Festen teilnehme und vor allem ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen habe.
Auch Andreas Beu begrüßt die Personalie beim Semmelnholen. Es sei sehr gut, „jemanden zu haben, der eben nahe bei den Menschen ist, der die Menschen versteht, der auch mit den Menschen direkt kommunizieren kann, vielleicht auch die Politik den Menschen besser begreifbar machen kann“, meint er. „Das ist einfach notwendig in der heutigen Zeit.“












