„Easy Target“
Habeck warnt: Deutschland steht im Fadenkreuz von Autokraten
Aktualisiert am 03.10.2026 – 18:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Habeck spricht von Deutschland als „Easy Target“: Was den ehemaligen Vizekanzler besonders besorgt, schildert er bei der Vorstellung seines neuen Buches in Köln.
Ex-Vizekanzler Robert Habeck sieht Deutschland mit seiner „zerrissenen Geschichte“ im Fadenkreuz von Autokraten. „Also schon in meiner Zeit haben mir die Geheimdienste aus dem Ausland gesagt, Deutschland gilt als Easy Target, als Low-Hanging-Fruit“, sagte Habeck bei der Vorstellung seines neuen Buches „Arctic Meltdown: Die Neuvermessung der Welt“ in Köln.
Russland probiere überall, Wahlen zu manipulieren, Desinformationskampagnen zu machen und auf eine andere Art – „natürlich jetzt über die Algorithmen“ – hätten die amerikanischen Softwarekonzerne ja auch ihren Anteil.
„Also damit meine ich jetzt nicht zwingend, dass sie Wahlen manipulieren, aber indirekt ja doch, weil diese Bubble-Bildung, die wir von Meta bei Instagram und von X bei Twitter ehemals kennen, natürlich dazu führt, dass Leute irgendwie glauben, die Welt besteht nur aus AfD, Grünen, was auch immer Leuten.“ Das sei natürlich nicht der Gedanke, der eine Demokratie stärken könne.
Habeck: „Wir sind zerrissen.“
„Also alle ziehen an uns rum“, sagte er im Gespräch mit Moderator Louis Klamroth beim Literaturfestivals „Lit.Cologne spezial“. Deutschland habe anders als andere Länder in Europa eine zerrissene Geschichte, habe zwei Weltkriege begonnen. Viele Menschen seien heimatlos geworden, hätten alles verloren. Die Wiedervereinigung sei auch die Geschichte von 40 Jahren, in denen „ein Drittel des Landes unter einem Regierungssystem gelebt hat, das völlig anders war, andere Kulturnormen aufgebaut hat“, erläuterte Habeck.
„Wir sind zerrissen.“ Das wüssten die anderen auch. „Also Deutschland ist voll im Fadenkreuz, denn das darf man doch sagen, wenn es das Ziel dieser Autokraten ist, diese Idee von Frieden und Machtbegrenzung und Freiheit zu zerstören und sie Europa dafür zerstören müssen.“ Am einfachsten gehe es, wenn Deutschland nicht mehr für Europa arbeite. Wenn sich Deutschland nur noch um sich selbst kümmere, ein nationalistischer Staat werde, ein Europa der Vaterländer versuche herbeizuführen, fehle die zentrale Mittelkraft in Europa, so der ehemalige Bundesminister.












