
Versteckte Gefahr in Limo und Saft
Weshalb Sie sich krank kaufen
Aktualisiert am 15.02.2026 – 11:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschland ist Europameister im Zucker-Trinken. Mit teuren Folgen für das Gesundheitssystem. Jetzt wächst der Druck auf die Politik: Warum hat die gleiche Fanta im Ausland viel weniger Zucker als bei uns?
Fast 26 Gramm Zucker nehmen wir hierzulande täglich durch Limonaden und Säfte auf. Das belegt eine Auswertung von Foodwatch. Unter den zehn größten Ländern Westeuropas belegt die Bundesrepublik damit den ersten Platz. Italien zeigt, dass es anders geht: Dort konsumieren die Menschen mit 9,5 Gramm nicht einmal halb so viel.
Dabei kann man etwas gegen den großen Durst auf Zucker tun. Großbritannien macht es vor. Seit London 2018 eine Steuer auf Softdrinks einführte, sank der Zuckergehalt um 35 Prozent. Das zeigt sich im Regal: Eine Fanta enthält dort 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter – in Deutschland sind es 7,6 Gramm. Das Ergebnis: Die Briten schlucken pro Kopf nur noch 16 Gramm am Tag, während die Deutschen bei 26 Gramm verharren.
Die Zahlen stammen vom Marktforscher Euromonitor. Das Institut berechnet den Konsum anhand von Verkaufsdaten und den Rezepturen der wichtigsten Getränke.
„Der flüssige Zucker macht krank und kostet unser Gesundheitssystem Milliarden“, warnt Luise Molling von Foodwatch. Die Verbraucherschützer fordern die Politik zum Handeln auf. Konkret steht die CDU in der Kritik, die eine Zuckersteuer bisher blockiert hat.
Dabei erkennen Einzelne auch dort den Handlungsbedarf: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte bereits eine Gesetzesinitiative für eine bundesweite Abgabe an.
Die beste Alternative bleibt Wasser – ob still oder gesprudelt. Wer Geschmack braucht, mixt Schorlen im Verhältnis 3:1. Ein Tipp gegen die Süße: Saft mit Kräuter- oder Pfefferminztee mischen statt mit Wasser. Das schmeckt eisgekühlt oder warm. Der Vorteil: Die Geschmacksnerven gewöhnen sich schnell an weniger Zucker.









