Neue Fertigung soll entstehen
Insolventer Schokoladenhersteller wird ins Ausland verkauft
24.10.2026 – 21:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Pralinen-Hersteller DreiMeister aus Werl hat im Mai Insolvenz angemeldet. Einen Retter in Deutschland fand das Unternehmen nicht – doch die Marke überlebt anderswo.
Der belgische Unternehmer Jo Ballet hat die Markenrechte und Maschinen des insolventen Pralinen-Herstellers DreiMeister aus Werl übernommen. Die Produktion soll künftig nicht mehr in Nordrhein-Westfalen stattfinden, sondern im belgischen Waregem. Darüber berichten unter anderem „Bild“ und der „Soester Anzeiger“.
Ballet ist Manager aus der Lebensmittel- und Süßwarenbranche. Seit 2017 war er beim belgischen Kekshersteller Jules Destrooper tätig. In diesem Jahr gründete er das Unternehmen Belgian Chocolate Studio in Waregem. Dort plant er, eine neue Fertigungsstelle für Schokoladenspezialitäten aufzubauen.
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Die Anlagen aus Werl sollen dafür demontiert und nach Belgien transportiert werden. Ab Ende Oktober sollen laut „Soester Anzeiger“ bis zu 30 Lastwagen nach Belgien rollen. Die Produktion soll im Januar starten.
DreiMeister: Insolvenzverfahren in Eigenregie
DreiMeister hatte lange nach einem Käufer gesucht. Insolvenzverwalter Michael Schütte erklärte Anfang Juli gegenüber „Bild“: „Trotz intensiver Bemühungen hat niemand ein konkret umsetzbares Angebot für einen Einstieg oder die Übernahme des Unternehmens abgegeben.“ Für potenzielle Investoren sei es schwierig gewesen, die wirtschaftlichen Perspektiven des Unternehmens einzuschätzen, da unklar gewesen sei, welche Kunden- und Lieferbeziehungen nach der Insolvenz fortbestanden hätten.
Das Unternehmen hatte im Mai ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Als Ursachen nannte Schütte gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie Ernteausfälle. Besonders die hohen Kakaopreise setzten der gesamten Schokoladenbranche zu. Hinzu kamen Investitionen im Zuge einer geplanten Erweiterung des Produktangebots, die mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise zusammenfielen.
Nach Insolvenz: 101 Mitarbeiter erhielten Kündigung
Für die Belegschaft kam jede Hilfe zu spät. Bei einer Betriebsversammlung am 1. Juli erhielten alle 101 verbliebenen Mitarbeiter ihre Kündigung. Laut Insolvenzverwalter Schütte reichte die Insolvenzmasse nicht aus, um die Gehälter während der Kündigungsfrist zu finanzieren.
Die Betroffenen hätten deshalb vom ersten Tag an Anspruch auf Arbeitslosengeld gehabt. Mitarbeiter der Agentur für Arbeit seien bei der Versammlung anwesend gewesen und hätten die Beschäftigten bei den notwendigen Formalitäten unterstützt.
DreiMeister wurde 1973 von Hans Schröder in Werl gegründet. Der Grundstein dafür war bereits in den 1950er-Jahren mit der Eröffnung des Cafés Schröder gelegt worden. Das Unternehmen war für handgefertigte Pralinen, Trüffel und Schokoladenspezialitäten bekannt, die vor allem im Fach- und Einzelhandel vertrieben wurden.












