Altersvorsorgedepot
Deutsche Bank steigt in den Kampf um die neue Rente ein
28.09.2026 – 11:38 UhrLesedauer: 3 Min.
Das neue Altersvorsorgedepot soll Sparer an die Börse bringen. Die Deutsche Bank setzt auf ETF-Lösungen, aber auch auf teurere Beratung.
Die Deutsche Bank steigt in den Wettlauf um das beste Angebot für das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ein. „Lockvogelangebote sind ganz klar nicht unsere Strategie“, betonte Deutsche-Bank-Manager Raffael Gasser in Frankfurt. „Unser Ziel ist, dass Kunden genau wissen, worauf sie sich einlassen und auch in ein paar Jahren keine negativen Emotionen entwickeln, weil wir irgendwie die Spielregeln verändern.“
Mit dem Altersvorsorgedepot sollen Sparer ab 2027 über die Anlage in Indexfonds (ETFs), Aktienfonds und Anleihen privat fürs Alter vorsorgen können. Das soll den Menschen mehr Geld für den Ruhestand bescheren, weil sie zwar mit höherem Risiko, aber auch mit höheren Renditechancen anlegen.
Staat fördert Altersvorsorge über die Börse
Das Gesetz, auf dem das Altersvorsorgedepot beruht, erlaubt Anbietern, ihre Preise später jederzeit zu erhöhen. Dies müssen sie nur vier Monate vorher ankündigen. Darum gibt es bereits Befürchtungen, der Preiswettbewerb könne letztlich zulasten der Kundschaft gehen.
Der Staat fördert beim Altersvorsorgedepot Einzahlungen mit bis zu 540 Euro Zulage pro Jahr. Pro Kind gibt es zusätzlich bis zu 300 Euro. Förderfähig sind Einzahlungen zwischen 120 Euro und 1.800 Euro pro Jahr. Die Kapitalerträge werden in der Ansparphase nicht besteuert. Wer einen Riester-Vertrag hat, kann in das neue Fördersystem wechseln und angespartes Guthaben übertragen.
Vom günstigen ETF-Depot bis zur teureren Beratung
Die Deutsche Bank bietet zum Marktstart neben einem individuellen ETF-Depot, das Sparer selbst bestücken können, teurere Lösungen mit Beratung an. Das von der Fondstochter DWS entwickelte sogenannte Standarddepot wird nur digital verfügbar sein. Die jährlichen Kosten sollen in den ersten zwei Jahren 0,1 Prozent und danach 0,28 Prozent betragen. Maximal möglich wären laut Gesetz Kosten von 1 Prozent für das Standarddepot. Bei allen anderen Varianten gibt es keinen Kostendeckel.
Was ist das Standarddepot?
Das Standarddepot ist die Basisvariante des Altersvorsorgedepots. Dabei übernimmt der Anbieter die Zusammenstellung der Geldanlage nach gesetzlichen Vorgaben. Sparer müssen also keine eigenen Anlageentscheidungen treffen, haben aber dennoch Mitspracherecht, wenn sie das wünschen. Gedacht ist das Standarddepot vor allem für Einsteiger und alle, die sich die Auswahl einzelner Fonds oder ETFs noch nicht selbst zutrauen. Lesen Sie hier, was ETFs genau sind. Jeder Anbieter, der ein Altersvorsorgedepot anbietet, ist verpflichtet, auch ein Standarddepot bereitzustellen oder auf das eines Partnerunternehmens zu verweisen.
Deutschlands größtes Geldhaus plant zudem ein erweitertes Vorsorgedepot mit Beratung, für das pro Jahr ein Entgelt von 0,99 Prozent erhoben wird. Ergänzend gibt es zwei mit der Zurich-Versicherung entwickelte Versicherungsprodukte, bei denen Kunden ebenfalls persönliche Beratung in Anspruch nehmen können: eins mit, eins ohne Garantie.
Dominik Hennen, der das Privatkundengeschäft von Deutscher Bank und Postbank mit insgesamt 19 Millionen Kunden verantwortet, sagt: „Es ist gut, dass das Thema Altersvorsorge jetzt einen derartigen Stellenwert bekommt. Trotzdem werden nicht plötzlich Millionen Menschen loslaufen und alles selbst abschließen. Es wird Menschen geben, die wollen und müssen bei diesem Thema beraten werden.“












