Nur noch 13 statt 21
Bund bremst bei großen Bahn-Sanierungen
Aktualisiert am 09.10.2026 – 13:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Bahn und Bund bremsen bei der Generalsanierung des Schienennetzes. Bis 2031 sollen nur noch 13 statt der bislang geplanten 21 Hauptstrecken grundlegend modernisiert werden.
Die Deutsche Bahn und die Bundesregierung drosseln das Tempo bei der Sanierung des maroden Schienennetzes, um für mehr Verlässlichkeit bei den Bauarbeiten und im Zugverkehr zu sorgen. Bis 2031 sollen nur noch 13 statt der bisher geplanten 21 Hauptstrecken grundlegend modernisiert werden, wie das Bundesverkehrsministerium und der Staatskonzern am Freitag mitteilten. Die Maßnahme soll die enormen Bauvolumina verlässlicher machen und die knappen Kapazitäten im Netz sowie bei der Bauindustrie berücksichtigen.
„Die Idee der Korridorsanierungen ist richtig“, sagte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. „In der Vergangenheit hat die Umsetzung jedoch zu oft nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht.“ Künftig müsse der Bahnbetrieb nach Sanierungen spürbar verlässlicher und pünktlicher werden. „Dafür konzentrieren wir uns auf weniger Korridore, setzen klarere Vorgaben für die Digitalisierung und verlangen eine bessere Planung der Bauvorhaben sowie der Umleitungsverkehre für den Personen- und Güterverkehr“, sagte der CDU-Politiker.
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Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte, man habe aus den ersten Sanierungen gelernt. „Wir wollen die Sanierungen effizienter umsetzen und vor allem die Belastungen für unsere Kundinnen und Kunden während der Bauarbeiten so gering wie möglich halten.“
Bahn zieht Konsequenzen aus ersten Sanierungen
Kern der neuen Strategie ist ein Fünf-Punkte-Plan. Dieser sieht unter anderem ein besseres Vorbereiten von Umleitungsstrecken und eine schrittweise Inbetriebnahme der sanierten Korridore vor. Zudem soll das europäische Zugsicherheitssystem ETCS zum neuen Standard werden. Bei jeder Sanierung soll die Technik künftig vorbereitet und ab Anfang der 2030er-Jahre direkt verbaut werden.

Diese Strecken werden später saniert
Die Sanierungen werden den Angaben zufolge nicht gestrichen, sondern nur zeitlich verschoben. Für 2027 sind nun die Arbeiten an den Strecken Lehrte-Berlin, Rosenheim-Salzburg und Fulda-Hanau geplant. 2029 etwa sollen unter anderem die wichtigen Verbindungen Hamburg-Hannover und Aachen-Köln folgen.
Trotz der Probleme bei der Umsetzung verteidigten Bahn und Regierung das Grundprinzip der Generalsanierungen. Auf der sanierten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim etwa fahren den Angaben zufolge Züge nun 20 Prozent pünktlicher aus dem Abschnitt heraus, als sie hineinfahren. Auf der Strecke Nürnberg-Regensburg seien die Störungen durch die Infrastruktur seit Abschluss der Arbeiten um über 90 Prozent zurückgegangen.











