Hooligans und Krawalle
Der bittere letzte Tag in der alten HSV-Heimat
19.08.2026 – 17:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Fast 80 Jahre lang war der Rothenbaum das Herz des HSV. Das letzte Pflichtspiel dort endete mit Krawallen – und einem endgültigen Schlussstrich.
Seit vielen Jahrzehnten ist das Volksparkstadion im Stadtteil Bahrenfeld als die Heimat des HSV bekannt. Seit 1963 ist die Arena, die schon auf viele Namen hörte, das feste Heimstadion der „Rothosen“. Das Herz des Vereins schlug bis in die 1980er-Jahre jedoch ganz woanders – mitten im Stadtteil Rotherbaum.
Erst am 19. August 1989 verabschiedeten sich die HSV-Profis endgültig aus ihrem alteingesessenen Stadion. Für das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg kehrte der Verein ein letztes Mal in das Stadion am Rothenbaum zurück. Der nostalgische Ausflug wurde ein bitterer Abschied von der eigenen Vergangenheit.
Krawalle überschatten HSV-Spiel
Der HSV, zwei Jahre zuvor immerhin noch Sieger des Wettbewerbs, sollte vor 6.100 Zuschauern große Probleme mit dem damaligen Zweitligisten bekommen. Stand es zur Halbzeit noch 1:1, setzten sich die „Zebras“ am Ende mit 4:2 durch. Eine der ersten großen Pokalblamagen in der Geschichte des HSV.

Dramatischer war allerdings, was sich auf den Rängen abspielte. Dort brach im Laufe des Spiels eine Panik aus. Eine Gruppe von rund 100 Hooligans durchbrach einen Zugang zum Stadion am Turmweg und griff Duisburger Anhänger an. Zuschauer flüchteten, Menschen liefen auf das Spielfeld. Auch Kinder kamen zu Schaden. Die Partie stand zeitweise vor dem Abbruch. Schon vor dem Spiel hatte die Polizei Hinweise bekommen, dass Hooligans beider Vereine einen Abbruch möglicherweise provozieren könnten.
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Nach dem Spiel zog der HSV umgehend einen Schlussstrich. Schatzmeister Ernst-Otto Rieckhoff sagte dem „Abendblatt“: „Es wird nie wieder ein Pflichtspiel im Rothenbaumstadion geben.“
HSV spielte seit 1911 am Rothenbaum
Ein schwerer Schlag gegen die Wurzeln der „Rothosen“. Fast 80 Jahre lang war der HSV am Rothenbaum zu Hause. Am 10. September 1911 hatte der Hamburger Fußball-Club von 1888, einer der Vorgängervereine des HSV, den Sportplatz eröffnet. Rund 1.500 Menschen sahen ein 0:2 gegen Holstein Kiel. Das Gelände zwischen Rothenbaumchaussee und Turmweg war bereits im Jahr zuvor gepachtet worden.
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