1,8 Millionen Deutsche betroffen
Besorgniserregende Entwicklung bei Volkskrankheit
23.09.2026 – 17:20 UhrLesedauer: 2 Min.
1,8 Millionen Menschen leiden derzeit an Demenz, bis 2050 könnte die Zahl der Erkrankten auf bis zu 2,6 Millionen steigen. Welche Bundesländer besonders betroffen sind.
Die Zahl der Demenzerkrankten in Deutschland wird sich in den kommenden Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich erhöhen. Leiden nach aktuellen Berechnungen hierzulande momentan rund 1,78 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung, könnte sich deren Zahl bis 2050 auf bis zu 2,6 Millionen Menschen erhöhen. Dies geht aus neuen Zahlen hervor, die die Deutsche Alzheimer Gesellschaft veröffentlichte.
Maßgeblich für diese Entwicklung ist die Alterung der Gesellschaft. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Demenzerkrankung. Sind in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen lediglich 1,1 Prozent der Männer und 1,4 Prozent der Frauen erkrankt, liegt die sogenannte Prävalenz bei den über 90-Jährigen bei 30,8 Prozent (Männer) bzw. 44,7 Prozent (Frauen).
Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht: „Was wir feststellen können, ist, dass die Gesellschaft offenbar immer gesünder wird“, sagt René Thyrian, Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. So verschiebt sich der Start der Krankheit tendenziell ins höhere Alter. Da die Gesellschaft jedoch immer älter wird, steigen auch die Demenzzahlen weiter an. „Wir gehen deshalb bis zum Jahr 2050 von 2,3 bis 2,6 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland aus“, so Thyrian.
Besonders viele Demenzkranke im Osten
Die meisten Menschen mit Demenz leben im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (353.000), gefolgt von Bayern (253.000) und Baden-Württemberg (219.000).
Der Anteil der an Demenz erkrankten Menschen an der Gesamtbevölkerung ist allerdings in Sachsen und Sachsen-Anhalt (jeweils 2,6 Prozent) sowie Thüringen (2,5 Prozent) am höchsten. Dies liegt daran, dass in diesen Bundesländern das Durchschnittsalter der Bevölkerung am höchsten ist. Entsprechend ist der Anteil an Menschen mit Demenz in eher „jungen“ Bundesländern wie Hamburg (1,7 Prozent) und Berlin (1,8 Prozent) niedrig.
Gerade in Bundesländern mit einer vergleichsweise hohen Quote stellt sich damit auch zunehmend die Frage nach der zukünftigen Versorgung der Betroffenen. „Den allergrößten Teil der Betreuung von Menschen mit Demenz übernehmen Angehörige und andere nahestehende Personen“, bemerkt Swen Staack, Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Auch deshalb dürfe bei den Angehörigen nicht gespart werden. Stattdessen brauche es eine grundlegende Reform des Pflegesystems, so Staack.












