Von Anstich bis Zapfenstreich
Ist eine Reservierung auf dem Oktoberfest möglich?
Aktualisiert am 02.09.2026 – 17:31 UhrLesedauer: 4 Min.
Noagerl? Gspusi? Italiener-Wochenende? Das Oktoberfest in München ist eine eigene Welt – mit spezieller Sprache und eigenen Gebräuchen. Wissen rund um die Wiesn von A bis Z.
Das Oktoberfest beginnt mit dem Anstich. Aber wann ist Zapfenstreich? Ein Wiesn-ABC – zum 191. Münchner Oktoberfest vom 19. September bis 4. Oktober 2026:
A wie Anstich
Um Punkt 12.00 Uhr sticht der Münchner Oberbürgermeister am ersten Wiesn-Samstag in der Anzapfboxe im Schottenhamel-Zelt das erste Fass an und ruft: „O’zapft is!“
B wie Bier und Brezn
Bilden eine Art Corporate Identity des Festes. Kein Wiesn-Plakat kommt ohne Bilder von Brezn und Bierkrügen aus.
C wie Camping
Ein Hotspot ist während des Festes der Campingplatz in Thalkirchen. Vorzugsweise Australier leben dort in Zelten. In Campern kommen die Italiener, sie parken gern nah am Festgelände.
D wie Dirndl
Gibt es billig rund ums Festgelände. Mit Landhausmode hatte der Trachtenhype begonnen und über untraditionelle Minidirndl zuletzt zu einem etwas gehobeneren Stil geführt. Insider meinen allerdings: Die Pracht der Tracht verblasst langsam wieder.
E wie Essen
Wagenladungen davon werden verzehrt. 210 Ochsen, 70.000 Schweinshaxen, 500.000 Hendl, Tausende Bratwürste – auch vegan – und mehrere Tonnen gebrannte Mandeln werden wohl in diesem Jahr verspeist.
F wie Flirten
Flirten gehört zur Wiesn wie Brezn, Bier und Blasmusik.
G wie Gspusi
Klappt es mit dem Flirten, hat man – für mindestens einen Abend – ein Gspusi.
H wie Hügel
Im Winter fahren Kinder mit dem Schlitten hinunter, zur Wiesn-Zeit geht es auf dem Hügel hinter den Zelten nicht gerade jugendfrei zu. Paare kommen sich näher, Wiesn-Gäste erleichtern ihre Blase oder ihren Magen, manche schlafen dort ihren Rausch aus. Mit verstärkten Kontrollen ist hier allerdings mehr Ordnung eingekehrt.
I wie Italiener-Wochenende
Das mittlere der drei Wiesn-Wochenenden gilt traditionell als besucherstärkstes – und Zehntausende italienische Gäste tragen ihren Teil dazu bei.
J wie Jubel
Er brandet auf, wenn der Oberbürgermeister das erste Fass angezapft hat und das Bier endlich in Strömen fließt.
K wie Käferzelt
Hier knutschten die Effenbergs, und zum traditionellen Wiesn-Besuch des FC Bayern bringen die Spieler ihre Frauen mit. Das nach der Wirtsfamilie Käfer benannte Zelt am Ende der Bierstraße ist nobel und das Promi-Zelt Nummer eins.
L wie Lebkuchenherz
Spatzl, Mausi oder der schlichte „Gruß vom Oktoberfest“ – wer ohne Lebkuchenherz von der Wiesn nach Hause geht, ist selbst schuld.
M wie Maß
Die Maß ist weiblich und sie wird mit kurzem a und scharfem s gesprochen. Wer „ein Maaaß Bier“ bestellt, outet sich sofort als Zugroaster. Dieses Jahr werden 7.800.000
und mehr Liter Bier werden auf der Wiesn.
N wie Noagerl
Der unappetitliche Rest in der Maß heißt Noagerl und teilt die Welt in drei Typen von Trinkern: Die, die auf den letzten Schluck verzichten, die, die ihn trinken, und die, die ihn gleich in die nächste Maß kippen.
O wie Öffnungszeit
Kompliziert. Ab 9.00 Uhr dürfen Gäste aufs Festgelände. Der Bierausschank beginnt an Wochenenden um 9.00, unter der Woche um 10.00 Uhr. Fahrgeschäfte machen um 10 Uhr auf. Schluss mit Musik und Bier ist je nach Zelt zwischen 22.30 Uhr und 0.30 Uhr, bei den Schaustellern endet der Betrieb zwischen 23.30 und 24.00 Uhr.
P wie Prosit der Gemütlichkeit
Es ist der Wiesn-Gassenhauer schlechthin. Wenn er ertönt, heißt es: Hoch die Krüge und gsuffa.











