Sie meinen Torwart Alexander Nübel …
Mit dem jungen Dennis Seimen haben sie einen talentierten Torhüter aus Paderborn geholt, der seinen Abschied schnell vergessen machen wird, wenn er wieder fit ist und spielen kann.
Nübel ist derweil in die Türkei zu Beşiktaş gewechselt. Ein Karriere-Rückschritt für den ambitionierten Schlussmann?
Das sehe ich nicht so. Aus mehreren Gründen.
Erstens wird er im September 30 Jahre alt, ist also auch für einen Torwart in einem gewissen Alter. Vielleicht ist das schon einer seiner letzten großen Verträge. Die Entscheidung kann ich schon deshalb nachvollziehen. Und noch ein anderer Punkt: Schon Leroy Sané hat uns in der vergangenen Saison eines Besseren belehrt, hat es über gute Leistungen bei Galatasaray bis zur WM geschafft. Und in diesem Sommer sind Mohamed Salah, Romelu Lukaku und Dušan Vlahović in die Süper Lig gewechselt. Man will dort offenbar etwas aufbauen, und solche Namen tragen nur weiter zur Steigerung des Ansehens und des Niveaus der Liga bei.
Das Ansehen wieder steigern soll auch der neue Bayer-Trainer Carles Martínez in Leverkusen. „Die Gegner sollen spüren, dass Leverkusen ein großer Verein ist“, hat er vor Saisonstart gesagt. Kann er das schaffen?
Ich wünsche es ihm und auch Bayer, weil man ja immer noch ein wenig im Hinterkopf hat, was Leverkusen mal vor ein paar Jahren wirklich Historisches geschafft hat.
Die erste deutsche Meisterschaft – und dazu auch noch als erste Mannschaft eine Saison lang ungeschlagen geblieben. Das war 2024. Was ist davon geblieben?
Dieser Titel wirkt eine Ewigkeit her – auch, weil bei Bayer seitdem viel passiert ist. Natürlich ist so eine einmalige Saison extrem schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu bestätigen. Dazu kommen die personellen Verluste. Florian Wirtz, Jonathan Tah, Jeremie Frimpong, Granit Xhaka, Lukas Hradecky, jetzt Alejandro Grimaldo. Das kann auch ein gut organisierter Klub wie Leverkusen nicht einfach so auffangen. Vielleicht ist sogar bei einigen auch so ein Sättigungseffekt eingetreten: Ziel erreicht, Mission erfüllt. Da geht man danach dann bewusst oder unbewusst nicht mehr ständig voll ans Limit. Und um das zu verhindern, haben die Verantwortlichen gehandelt.
Martínez ist der dritte Bayer-Trainer in den vergangenen zwölf Monaten. Man tut sich noch immer schwer mit dem geeigneten Nachfolger für Xabi Alonso.
Mit Martínez sollte es jetzt dann schon mal wieder richtig funktionieren – ansonsten hat Leverkusen ein anderes Problem auf der Führungsebene.
Als eine seiner ersten Amtshandlungen hat er Kapitän Robert Andrich abgesetzt. Der langjährige Führungsspieler gilt plötzlich als Verkaufskandidat.












