Verkehrsgeschichte
Mehr als 120 Jahre her: Das ist die Geschichte des Führerscheins
05.04.2026 – 09:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Heute geht es nicht mehr ohne, doch der Führerschein blickt auf eine lange Geschichte zurück. Wie kam es zur Fahrerlaubnis in Deutschland?
Die Geschichte des Führerscheins reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück, in eine Zeit, in der es kaum Verkehrsregeln gab. Autos waren eine technische Neuheit, und zunächst durfte praktisch jeder ohne Erlaubnis fahren. Erst mit den ersten Unfällen und wachsendem Verkehr entstand der Bedarf nach Regeln. Ein Überblick.
Wann wurden Prüfungen eingeführt?
Mit zunehmender Verbreitung von Autos wurden auch Prüfungen notwendig. Die weltweit erste verpflichtende Fahrprüfung wurde 1893 in Paris eingeführt. Ziel war es, das Chaos auf den Straßen einzudämmen und die Sicherheit zu erhöhen.
Preußen führte 1903 als erstes deutsches Land eine verpflichtende Prüfung für „Wagenlenker“ ein. Schon damals galten erste Voraussetzungen: Das Mindestalter lag bei 18 Jahren, zudem mussten eine Geburtsurkunde, ein Gesundheitszeugnis und ein Foto vorgelegt werden, um eine Fahrerlaubnis zu beantragen.
Weitere Regionen zogen nach. In Sachsen zum Beispiel mussten Fahrer ab 1906 nachweisen, dass sie ihr Fahrzeug sicher bedienen können. Diese frühen Regelungen waren jedoch regional begrenzt. Wer die Grenze in ein anderes Gebiet überquerte, brauchte oft eine neue Erlaubnis.
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Wie entstand der Führerschein, wie man ihn kennt?
Einen einheitlichen Führerschein für ganz Deutschland gibt es erst seit 1909. Mit dem „Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen“ wurde erstmals festgelegt, dass eine behördliche Erlaubnis zum Fahren notwendig ist.
Dieses Gesetz legte auch wichtige Grundlagen fest, etwa Altersgrenzen und Fahrzeugklassen. Damit entwickelte sich der Führerschein von einer einfachen Genehmigung zu einem standardisierten Dokument.
Wann erhielt die erste Frau ihren Führerschein?
Der erste Führerschein für eine Frau wurde ebenfalls 1909 ausgestellt, allerdings nur mit Zustimmung ihres Ehemannes. Solche Vorschriften zeigen, wie stark der Führerschein auch von den jeweiligen politischen und sozialen Umständen geprägt war.
In der DDR wurde diese Ungleichbehandlung bereits 1949 mit der Staatsgründung abgeschafft. In der Bundesrepublik durften Frauen sich erst ab 1958 nach dem Gleichberechtigungsgesetz ohne Zustimmung ihres Mannes oder Vaters in einer Fahrschule anmelden.

Wie liefen die ersten Führerscheinprüfungen ab?
Die ersten Führerscheinprüfungen waren deutlich einfacher als heute und konzentrierten sich vor allem auf technische Grundlagen. Geprüft wurde in erster Linie, ob Fahrer ihr Fahrzeug bedienen konnten und grundlegende Kenntnisse über Motor und Mechanik hatten. Verkehrsregeln spielten zunächst kaum eine Rolle, da der Straßenverkehr noch wenig geregelt war.
Die praktischen Aufgaben waren entsprechend überschaubar: Dazu gehörten grundlegende Manöver wie Bremsen, Blinken, Abbiegen, Überholen oder das Einfahren vom Grundstück in den Straßenverkehr.











