Nach Nominierung durch BSW

Constantin Schreiber äußert sich zur Bundespräsidenten-Wahl


06.11.2026 – 19:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Constantin Schreiber: Bis 2025 präsentierte er die Nachrichten in der ARD. (Quelle: Robert Michael/dpa/dpa-bilder)

Ex-„Tagesschau“-Sprecher Constantin Schreiber wurde auf Vorschlag des BSW in die Bundesversammlung gewählt. Jetzt äußerte er sich in einem ausführlichen Video.

Constantin Schreiber soll am 30. Januar 2027 an der Wahl des Nachfolgers von Frank-Walter Steinmeier teilnehmen. Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag setzte ihn auf Platz vier ihrer Kandidatenliste. BSW-Fraktionschef Ronny Kupke begründete die Entscheidung damit, dass Schreiber für Meinungsvielfalt stehe und sich kontroversen gesellschaftlichen Debatten stelle.

Jetzt meldet sich der 47-Jährige in einem YouTube-Video selbst zu Wort. „Als die Anfrage kam, war ich zunächst mal ziemlich überrascht und ich glaube auch, man muss kein Politikwissenschaftler sein, um zu erkennen, dass zwischen meinen politischen Überzeugungen und denen des BSW erhebliche Unterschiede bestehen“, sagt er direkt zu Beginn. Schreiber ist für seine Unterstützung Israels bekannt, während das BSW in diesem Konflikt eine stark israelkritische Position vertritt.

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„Und trotzdem habe ich mich entschieden, zu dieser Nominierung jetzt Ja zu sagen“, erklärt Schreiber. „Warum? Weil ich glaube, dass wir in Deutschland gerade ein Problem haben, das sehr viel größer ist als die Unterschiede zwischen einzelnen Parteien. Wir haben verlernt über unsere politischen Lager hinauszudenken.“

Constantin Schreiber: „Ich halte den Vorschlag Ilse Aigner für falsch“

Als Journalist sei er parteipolitisch unabhängig und kein Mitglied des BSW, wie er betonte. Die bislang diskutierten Personalvorschläge überzeugen ihn nicht. „Ilse Aigner, Julia Klöckner, Karin Prien, Annegret Kramp-Karrenbauer, alles Namen aus dem politischen Betrieb. Ist das wirklich alles, was Deutschland zu bieten hat?“, fragt sich Schreiber.

In einem X-Post wird er noch deutlicher. „Ich halte den Vorschlag Ilse Aigner für falsch“, betont er darin. Er wolle einen eigenen Kandidaten finden – bewusst außerhalb der Parteizentralen. Dabei gehe es ihm um „Persönlichkeiten […], nach Charakter, nach einer Lebensleistung, die Respekt verdient“. „Warum nicht einmal dort, wo Menschen tatsächlich etwas für dieses Land geleistet haben, ohne ständig darüber zu reden?“

Gemischte Reaktionen auf Constantin Schreibers Nominierung

Die Reaktionen auf seine Entscheidung sind gespalten. „Wer angeblich die Ukraine unterstützt und sich vom BSW nominieren lässt, denkt nicht an einen offenen Diskurs, sondern nur an sich“, ist in den Kommentaren etwa zu lesen. „So wichtig ist das Amt doch wirklich nicht, um dafür mit dem BSW zu kooperieren“, schrieb ein Nutzer. Andere begrüßen die Ansicht, außerhalb der üblichen Kandidaten nach Frank-Walter Steinmeiers Nachfolger suchen zu wollen.

Von 2021 bis 2025 war Constantin Schreiber das Gesicht der „Tagesschau“-Hauptausgabe um 20 Uhr. Dann folgte ein Wechsel zu Axel Springer, wo er als „Global Reporter“ arbeitete. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass er das Medienhaus bis Ende des Jahres verlassen wird.

Kürzlich hat Schreiber angekündigt, dass er ins arabische Fernsehen wechselt. Zweimal im Monat wird er die Sendung „Islam Talk“ auf dem ägyptischen Sender Azhari TV moderieren. Für den Journalisten ist das kein Neuland. Schreiber hatte bereits früher für arabischsprachige Fernsehformate gearbeitet. Zudem hat er sich dem Thema Islam auch als Autor gewidmet und darüber mehrere Bücher veröffentlicht.

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