Anfeindungen im Fußball

Ex-DFB-Star: „Überall werde ich ausgebuht“

06.11.2026 – 15:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Timo Werner: Der 57-malige deutsche Nationalspieler spielt mittlerweile in der nordamerikanischen MLS. (Quelle: IMAGO/Matthew Huang/Icon Sportswire/imago)

Timo Werner spricht über die dunkelsten Momente seiner Karriere. Eine einzige Aktion hat ihn jahrelang verfolgt.

Der frühere Nationalspieler Timo Werner hat offen über die psychischen Belastungen durch jahrelange Anfeindungen gesprochen. Im Podcast „The Late Run“ beschrieb der 30-Jährige, wie ihn Pfiffe und Schmähgesänge in deutschen und englischen Stadien bis ins Privatleben verfolgt haben – ausgelöst durch eine einzige Schwalbe.

Den Ausgangspunkt der Anfeindungen verortet Werner in einem Spiel im Dezember 2016: Damals versuchte er im Trikot von RB Leipzig im Duell gegen Schalke 04 mit einer Schwalbe einen Elfmeter zu schinden. Was folgte, begleitete ihn durch seine gesamte Zeit in der Bundesliga. Werner beschrieb die Folgen: „Weil ich einmal eine Schwalbe gemacht habe. Danach waren sie dort jahrelang hinter mir her.“ Deutsche Fans kreierten einen beleidigenden Fangesang und buhten ihn regelmäßig aus.

Timo Werner (M.) steht am Elfmeterpunkt nach seiner Schwalbe gegen den FC Schalke im Dezember 2016 (Archivbild): Der Stürmer trat selbst an und verwandelte. (Quelle: imago sportfotodienst/imago)

Auch nach seinem Wechsel nach England zum FC Chelsea riss die Ablehnung nicht ab. „Bei Chelsea war es ähnlich. Da habe ich ein paar Chancen vergeben und danach hatten sie es auf mich abgesehen“, so Werner.

Werner über Buhrufe: „Was zur Hölle?“

Werner beschrieb im Podcast auch, wie tief ihn die Anfeindungen getroffen haben: „Ich habe in meiner Karriere viel Scheiße erlebt. Auch in Deutschland musste ich viel Scheiße durchmachen.“ Die Ablehnung habe ihn auch abseits der Stadien verfolgt: „In keiner Stadt, in die ich kam, konnte ich mich ungestört aufhalten.“

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Und weiter: „Ich saß zu Hause und war wirklich, wirklich am Boden. Ich habe mich gefragt: ‚Was zur Hölle? Egal in welches Stadion ich komme, überall werde ich ausgebuht.'“

„Ich habe all diese schweren Momente überstanden“

Rückblickend zieht Werner eine kämpferische Bilanz: „Aber ich habe immer weitergemacht, ich habe nie das Handtuch geworfen. Ich bin immer wieder auf den Platz gegangen, obwohl ich wusste, dass mich 60.000 oder 70.000 Leute ausbuhen. Ich habe all diese schweren Momente überstanden, um am Ende noch schönere Erlebnisse zu haben.“

In der Saison 2019/20 erzielte Werner für Leipzig 28 Tore in 34 Spielen, ehe er zum FC Chelsea wechselte. Dort gewann er 2021 die Champions League. Für die deutsche Nationalmannschaft lief er 57-mal auf und erzielte 24 Treffer. Heute spielt Werner für San José Earthquakes in der nordamerikanischen Profiliga MLS.

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