„Ein verstörendes Signal“
Clan-Boss Remmo feiert bei der Linkspartei
20.09.2026 – 20:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Überraschender Besuch bei einer Veranstaltung der Linkspartei im Berliner Bezirk Neukölln: Ausgerechnet Clan-Boss Issa Remmo macht den Wahlsiegern seine Aufwartung.
Bei der Wahlparty des Berliner Linken-Bezirksverbands Neukölln ist am Abend überraschend Issa Remmo aufgetaucht, das Oberhaupt der berüchtigten Clanfamilie Remmo. Über die kurze Visite berichten übereinstimmend die „Berliner Morgenpost“ und die „Bild“-Zeitung.
Am Rande der Veranstaltung äußerte sich Remmo erfreut über den Wahlsieg von Elif Eralp und ihrer Partei. Er fühle sich erstmals von einer Berliner Partei unterstützt, so Remmo. Den regelmäßig geäußerten Antisemitismus-Vorwürfen gegen die Linkspartei widersprach er: „Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt. Ich würde keinen judenfeindlichen Politiker wählen.“ Bei der Linkspartei machte Remmo zudem mehr Volksnähe aus als bei anderen Parteien. Ihre Vertreter gingen nicht „mit ihren Frauen zu Gucci und Prada in Paris“, sagte er.
Linkspartei distanziert sich von Clanchef Remmo
Ein Sprecher der Linkspartei sagte t-online, Remmo sei nicht eingeladen gewesen, die Veranstaltung öffentlich zugänglich. Kai Wegner, noch Regierender Bürgermeister von Berlin, nannte den Vorfall auf X „ein verstörendes Signal“. Gerade eine Partei, die Verantwortung für unsere Stadt übernehmen will, müsse unmissverständlich deutlich machen, „dass es keinerlei Nähe zu Strukturen geben darf, die zur organisierten Kriminalität gehören“. Wegner weiter: „Wer Berlin regieren will, muss ohne Wenn und Aber auf der Seite unseres Rechtsstaates und derjenigen stehen, die ihn jeden Tag verteidigen.“
Der Remmo-Clan ist eine in Deutschland bekannte Großfamilie mit arabischen Wurzeln, die vor allem durch Berichte über organisierte Kriminalität Aufmerksamkeit erlangte. Mitglieder des Clans stehen im Verdacht, in Straftaten wie Diebstahl, Drogenhandel, Geldwäsche und spektakuläre Raubüberfälle verwickelt gewesen zu sein. Bundesweite Bekanntheit erhielt der Clan unter anderem durch den Diebstahl der 100-Kilogramm-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum im Jahr 2017.











