Oehms sieht zudem keine echte Trendwende in China. „Der Preisdruck für deutsche Unternehmen in China bleibt hoch, und damit stehen auch die Margen weiter unter Druck“, sagt er. Die Maßnahmen Pekings für einen nachhaltigeren Wettbewerb griffen noch nicht. Kurzfristig sei keine Entspannung zu erwarten, erklärte Oehms.
In Peking tagt parallel noch Chinas Nationaler Volkskongress. Die Regierung stellte für dieses Jahr und den Fünfjahresplan bis 2030 Maßnahmen in Aussicht, um den schwachen Konsum zu stützen. Allerdings lieferte Peking kaum Details dazu, weshalb Beobachter skeptisch sind, ob Chinas exportgetriebene Wirtschaft ihre Abhängigkeit von Ausfuhren in die Weltmärkte aufgeben wird.
Die geringe Nachfrage hatte im vergangenen Jahr die Importe im Vergleich zu den Exporten kaum steigen lassen, was auch deutsche Firmen in ihrem China-Geschäft zu spüren bekamen. Am Ende erreichte China einen historischen Handelsüberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar.
Handelsminister Wang Wentao hatte während des Volkskongresses zum Rekordüberschuss gesagt, Peking habe den Standpunkt seiner Handelspartner zur Kenntnis genommen. China will Wang zufolge eine ausgewogene Entwicklung von Importen und Exporten umsetzen.
China hatte sich für dieses Jahr mit „4,5 bis 5 Prozent“ das niedrigste Wachstumsziel seit Jahrzehnten gesetzt. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich Peking in Zukunft auf eine schwächere Konjunktur einstellt. Jahrelang hatte eine boomende Baubranche zu hohen Wachstumsraten beigetragen. Doch die Branche steckt schon länger in einer Krise.
Immobilienbesitzer sind wegen fallender Wohnungspreise verunsichert. Das geschwächte Konsumvertrauen lässt die Menschen mehr sparen. Hinzu kommt eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und ein schwach ausgebautes soziales Sicherungssystem, weshalb Familien Geld für schlechte Zeiten zurücklegen.
Unternehmen in der Volksrepublik konkurrieren parallel in Branchen wie der Autoindustrie in einem ruinösen Preiskampf, der die Margen vieler Hersteller dahinschmelzen lässt. Manche versuchen, im Ausland ihre Waren loszuwerden, oder verkaufen zu billigen Preisen, um Bestände abzubauen. Die Regierung will 2026 das Problem solcher Überkapazitäten anpacken und verspricht, den sich verselbstständigenden und unfruchtbaren Wettbewerb intensiv zu regulieren. Monopole und Marktverzerrungen sollen stärker bekämpft werden, heißt es darin.











