„Dann fällt die Brandmauer“
CDU will AfD-Mann zum Vize-Bürgermeister wählen
27.10.2026 – 10:35 UhrLesedauer: 2 Min.
Eigentlich will die CDU nicht mit der AfD zusammenarbeiten. In Berlin wollen die Christdemokraten einem AfDler nun in ein Amt verhelfen.
Die CDU im Berliner Bezirk Reinickendorf will einen AfD-Politiker zum stellvertretenden Bürgermeister wählen. Der Bezirksvorsitzende Marvin Schulz sagte der „Bild“: „Das politische System in Deutschland ist ineffizient und geht kaputt. Wir haben uns jetzt entschieden, Sachpolitik statt Lagerpolitik zu machen.“
Da die AfD in Reinickendorf 18 Prozent der Stimmen geholt habe, „hat sie einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kandidaten im Bezirksamt – das nehmen wir als Rechtsstaatspartei ernst“, sagte Schulz. Lediglich wenn verfassungsfeindliche Tatsachen vorlägen, gelte dies nicht. In Reinickendorf will sich der Jurist Thomas Ruschin zum stellvertretenden Bürgermeister aufstellen lassen. Er war 2020 von der CDU zur AfD gewechselt.
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Von einem Fall der Brandmauer will Schulz nicht sprechen: „Wir machen eine Zusammenarbeit mit niemandem, bilden keine Koalition. Wir setzen um, was die Wählerinnen und Wähler entschieden haben und fokussieren uns ansonsten auf Sachpolitik.“ Für die SPD ist das Vorgehen hingegen ein Tabubruch. Der frühere Bezirksvorsitzende Jörg Stroedter sagte der „Bild“: „Dann fällt die Brandmauer! Wenn Parteichef Friedrich Merz glaubwürdig bleiben will, gehören diese Leute nicht mehr in die CDU.“
Merz hatte nach der Wahl des AfD-Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt vor drei Wochen gesagt: „Wer seine Stimme der AfD gibt, der spielt das Spiel der Extremisten und zerstört Glaubwürdigkeit. Mit den Werten meiner Partei, der CDU, verträgt sich das jedenfalls nicht.“
Für die weiteren Bezirke in Berlin soll das Vorgehen in Reinickendorf derweil nicht als Vorbild dienen.










