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Home » Carolina Wilga über ihre Outback-Zeit
Panorama

Carolina Wilga über ihre Outback-Zeit

By zeit-heute.deSeptember 5, 20263 Mins Read
Carolina Wilga über ihre Outback-Zeit
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Zwölf Tage allein im australischen Outback, ohne Nahrung, ohne Wasser – Carolina Wilga überlebte das Unvorstellbare. Jetzt spricht sie über ihre dunkelsten Stunden.

Als Carolina Wilga am 29. Juni 2025 auf eigene Faust durch den Westen Australiens reist, ahnt niemand, dass von ihr bald jede Spur fehlen wird. Zu diesem Zeitpunkt ist sie bereits seit einiger Zeit mit einem Work-and-Travel-Visum im Land unterwegs. Am Mittag dieses Junitages wird die damals 26-jährige Deutsche von einer Überwachungskamera in einem kleinen Laden in Beacon erfasst, einem Ort rund 300 Kilometer nordöstlich von Perth. Es ist die letzte bekannte Aufnahme von ihr, bevor Carolina Wilga verschwindet.

Wilga fährt weiter. Schließlich gerät sie mit ihrem Van in das Gebiet des Karroun Hill Nature Reserve. Dort kommt es auf einer engen Landstraße zu einem Unfall. Im Dunkeln kommt ihr plötzlich ein Wagen entgegen. Die Straße ist für beide zu eng. Wilga weicht aus, verliert die Kontrolle über ihren Van, rollt einen Abhang hinunter und landet schließlich auf einer Felsplatte.

Was danach genau geschieht, weiß die junge Frau bis heute nicht. Am nächsten Tag erwacht die Backpackerin mitten in der Wildnis. Allein, nur notdürftig bekleidet, ohne Wasser. Sie weiß nicht, wie sie dorthin gekommen ist. Oder warum sie ihren Van verlassen hat. Die folgenden zwölf Tage irrt sie durch das australische Outback. Von ihrem Überlebenskampf erzählt sie nun in einem Buch – und im Interview mit t-online.

t-online: Frau Wilga, Sie waren zwölf Tage im australischen Outback verschollen. Wie oft waren Sie in diesen zwölf Tagen sicher: Jetzt sterbe ich?

Carolina Wilga: Sehr, sehr oft. Gerade gegen Ende war ich vollkommen am Ende meiner Kräfte. Ich wollte wirklich nicht mehr. Meine Gedanken wurden noch viel dunkler, als ich es jemals erzählen könnte. Es war extrem und quälend, ich hatte konkrete, regelmäßige Suizidgedanken. Mir erschien alles besser, als das noch aushalten zu müssen.

Was war schlimmer: Hunger, Durst, Hitze oder Kälte?

Ganz klar die Kälte. Nachts hatte ich höllische Schmerzen. Ich hatte panische Angst vor den Nächten. Eine Nacht war so kalt, dass am Morgen alles gefroren war. Danach wollte ich keine weitere Nacht mehr erleben.

Was hat Ihnen geholfen, diese Nächte auszuhalten?

Atemübungen, die ich während meiner Yogalehrerausbildung gelernt hatte. Das hat mich unglaublich beruhigt. Ich habe so stark gezittert, dass ich tierähnliche Laute von mir gab, die ich nicht kontrollieren konnte. Irgendwann stellte ich mir vor, ich wäre eine Frau in der Steinzeit und hätte ein Baby an meiner Brust. Das Baby darf nicht schreien, weil es sonst Tiere anlockt. Also dachte ich: Ich darf nicht so laut zittern, ich darf keine Geräusche machen, sonst schreit mein Baby. Das klingt vielleicht verrückt, aber es hat mir geholfen.

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