Bundeswehr fehlt Reserve
Bis 70 zum Bund? Reservistenverband macht Vorstoß
21.04.2026 – 13:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Verteidigungsminister Pistorius will Mittwoch ein neues Reservistenkonzept vorlegen. Nun bringt ihn ein Vorstoß des Bundeswehrverbandes in Bedrängnis.
Der Bundeswehr mangelt es im Ernstfall an einer Personalreserve. Nun macht Bastian Ernst, neuer Chef des Reservistenverbandes, einen brisanten Vorschlag. „Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Das macht unserer Meinung nach in vielerlei Hinsicht Sinn. Das Renteneintrittsalter steigt ja auch sonst. Die Leute bleiben länger fit.“
Alle früheren Soldaten der Bundeswehr sind gemäß Paragraf 1 des Reservistengesetzes Teil der Reserve – also ehemalige Grundwehrdienstleistende ebenso wie freiwillig Wehrdienstleistende, Ex-Zeitsoldaten und Berufssoldaten im Ruhestand. Aber auch Ungediente können sich als Reservistin oder Reservist ausbilden lassen.
Derzeit können Reservisten längstens bis zum Ablauf des Monats Reservistendienste leisten, in dem sie das 65. Lebensjahr vollenden. Verbandschef Ernst forderte nun: „Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden. Und wenn wir auf Seite der Jungen ein Nachwuchsproblem beklagen, dann sollten wir an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern. Das sollte im Reservestärkungsgesetz verankert sein“, so Ernst.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will am Mittwoch eine Strategie der Reserve präsentieren und noch im Sommer das Reservestärkungsgesetz vorlegen. Der Vorstoß des Reservistenverbandes erhöht den Druck auf den Minister.
Im Krisen- oder Kriegsfall müsste die Bundeswehr 460.000 Soldaten bereitstellen, um die in der Nato vereinbarten Ziele erfüllen zu können. Dazu soll es bis 2035 rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten geben. Stand Ende März waren es gut 186.000. Zudem sollen 200.000 einsatzbereite Reservistinnen und Reservisten bereitstehen – Stand Oktober waren es 55.000.












