Nach mutmaßlicher Weinglas-Attacke
Gemeinde erteilt Timmy-Bürgermeister Amtsverbot
25.09.2026 – 09:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Buckelwal Timmy wurde nach seiner Gemeinde benannt. Seither hat Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke konstant Ärger. Jetzt zog der kommunale Hauptausschuss die Reißleine.
Der Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand darf seine Amtsgeschäfte nicht mehr ausführen. Der Hauptausschuss der Gemeinde erteilte Sven Partheil-Böhnke (FDP) ein Amtsverbot.
Wie die „Lübecker Nachrichten“ berichteten, ist das Beamtenstatusgesetz die Grundlage für den Beschluss. Darin ist unter anderem geregelt, dass Beamte ihre Aufgaben unparteiisch und zum Wohl der Allgemeinheit zu führen haben.
- Bürgermeister wählt klare Worte: „Inkompetent“ – Buckelwal-Streit eskaliert
Detaillierte Hintergründe wollte die Gemeine zunächst zum Schutz des Bürgermeisters nicht bekannt geben. Mittlerweile sind die Details jedoch öffentlich. Unter anderem geht es um ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der versuchten Erpressung, der Nötigung und der Amtsanmaßung.
Timmy-Bürgermeister soll Radfahrer mit Wein übergossen haben
Im Juni soll Partheil-Böhnke mit einem Radfahrer aneinander geraten sein. Auf einer Fußgängerpromenade in Niendorf, einem Ortsteil von Timmendorfer Strand, habe er den Radler angehalten und ohne Befugnis die Zahlung eines Verwarngeldes gefordert, heißt es. Dann eskalierte die Situation offenbar: Am Ende soll Partheil-Böhnke dem Radfahrer ein gefülltes Weinglas über die Kleidung geschüttet haben.
Dieses Ermittlungsverfahren hat offenbar das Fass zum Überlaufen gebracht. Denn bereits zuvor hatte sich der Bürgermeister Vorermittlungen in anderer Sache stellen müssen. Dabei geht es um Beleidigung und das Vortäuschen einer Straftat im Nachgang der Strandung von Buckelwal Timmy vor Niendorf.

Streit mit Robert Marc-Lehmann: Hacker-Attacke vorgetäuscht?
In einer E-Mail vom offiziellen Account des Bürgermeisters war der YouTuber Robert Marc Lehmann als „absolut inkompetenter, selbstdarstellerischer Spinner“ beschimpft worden. Lehmann habe keine Ahnung von Walen. Ähnlich hatte sich Partheil-Böhnke im April auch im Gespräch mit t-online geäußert. „Egal, was er gemacht hat, es ging in die Hose“, sagte der Bürgermeister über Robert Marc Lehmann.
Die Aussagen in der Mail will er aber nicht getätigt haben. Partheil-Böhnke behauptete, sein Account sei gehackt worden. Doch daran gibt es Zweifel.
Das am Donnerstag vor einer Woche ausgesprochene Amtsverbot soll nun laut Verwaltung bis zur abschließenden Klärung der disziplinarrechtlichen und gegebenenfalls strafrechtlichen Verfahren gegen den Bürgermeister gelten. „Das Verbot dient ausschließlich dem Schutz der Gemeinde Timmendorfer Strand“, teilte die Gemeinde mit. „Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung.“











