„Fair muss es sein“
Boni-Streit: Betriebsratschefin legt sich mit VW-Bossen an
04.03.2026 – 17:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Der VW-Konzern schreibt plötzlich einen Milliarden-Gewinn. Der Betriebsrat wittert Boni-Tricks – und fordert eine Gewinnbeteiligung der Belegschaft.
VW-Konzernchef Oliver Blume stand gar nicht auf der Rednerliste am Mittwoch bei der Betriebsversammlung des angeschlagenen deutschen Autobauers. Kurzfristig wandte sich der VW-Boss dann doch mit einem kurzen Statement an die Belegschaft. „Wir gehen voran in der Mobilität der Zukunft“, sagte Blume laut vorab verbreiten Redemanuskript. Das sei der Erfolg der gesamten Belegschaft und zugleich Ansporn für den Konzern. „Dafür sage ich euch Danke von Herzen – im Namen des gesamten Vorstands.“
Die Belegschaft würde lieber Taten sehen als warme Wort, sprich eine Gewinnbeteiligung. Denn die Stimmung ist mies bei VW. Es geht um schwächelnde Absatzzahlen, die Stärkung des Standorts China und Boni-Zahlungen an die VW-Manager. Nach Informationen des „Spiegel“ hält die VW-Spitze der Belegschaft ihre Erfolgsbeteiligung vor. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo reagierte sauer und erklärte: „Also alle oder keiner. Fair muss es sein.“ Schließlich erhalte auch der Vorstand einen Bonus.
Der Grund ist nach Unternehmensangaben zum einen, dass weniger Betriebskapital gebunden ist, weil etwa Lagerbestände abgebaut wurden. Zum anderen seien die Investitionen sowohl in Anlagen als auch in Forschung und Entwicklung geringer ausgefallen als zunächst erwartet. Kurzum, der Konzern scheffelte aus eigenen Beständen plötzlich Geld. So konnte VW-Finanzchef Arno Antlitz plötzlich tief in die eigene Barmittel-Kasse greifen. Und zwar knapp über jener Grenze von 5,6 Milliarden Euro
Doch die Konzernspitze konterte mit einem Gutachten. Rechtsvorstand Manfred Döss soll laut „Spiegel“ eine Einigung demnach mit dem Argument hinauszögern, eine solche Prämie dürfe nicht vor der anstehenden Betriebsratswahl festgelegt werden, die bei Volkswagen in der kommenden Woche stattfindet. Nach Döss‘ Logik könnte eine Erfolgsprämie für die Belegschaft gegen das Neutralitätsgebot verstoßen und die Wahl beeinflussen.











