Abfindung bei BMW, VW & Co.
Autobauer zahlen bis zu 650.000 Euro für vorzeitigen Abgang
Aktualisiert am 04.11.2026 – 13:03 UhrLesedauer: 4 Min.
Deutschlands Autoindustrie schwächelt. Die Konzerne bauen Personal ab. Viele setzen auf teure Abfindungen. Ein Unternehmen baut auf eine ganz andere Alternative.
Äußern möchte sich niemand. Aber überrascht war die Vorstandsetage des Autobauers BMW schon. „Wir müssen kleiner und schlagkräftiger werden“, hatte BMW-Chef Milan Nedeljković gesagt. Konkret bedeutet das: BMW will sich von 8.000 Beschäftigten trennen.
Im vergangenen Monat legte der Konzern ein Abfindungsprogramm auf. Doch schon nach wenigen Tagen wurde das Programm vorzeitig gestoppt. Die eigens aufgelegte Internetseite brach unter dem Ansturm der Abschiedswilligen zusammen. Dem Vernehmen nach sollen für manche Beschäftigte bis zu 650.000 Euro möglich gewesen sein, wenn sie freiwillig vorzeitig gehen.
Wie schwierig die Lage ist, zeigen die jüngsten Unternehmenszahlen vom Mittwoch. Im dritten Quartal fiel der Konzerngewinn nach Steuern auf 1,45 Milliarden Euro. Rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Rückstellungen in den Büchern für das Abfindungsprogramm in Höhe von rund einer Milliarde Euro sollen das Ergebnis belasten.
„Wir gehen so weit, wie uns die Füße tragen“, sagte BMW-Chef Nedeljković am Mittwoch. Das aktuelle Jobabbauprogramm sei abgeschlossen, das Thema gehe aber weiter.
Denn BMW steht nicht allein da. Die Einfuhrzölle von US-Präsident Donald Trump, die aufkommende einheimische Konkurrenz auf dem einst lukrativen Absatzmarkt China und der verpasste Trend zur Elektromobilität – Deutschlands Autobauer stecken in der Krise. Um Kosten zu sparen, rückt auch das Personal in den Blick. Und damit Abfindungen.
Die Abfindung richtet sich in der Regel nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem Gehalt des Beschäftigten. Hinzu kommen Sonderzahlungen, etwa für Kinder und Sprinterprämien für alle, die sich rasch für einen Abschied entscheiden.
Dabei gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit: Sowohl das Unternehmen als auch der Beschäftigte müssen dem Abgang zustimmen.
Ein Blick auf die Lage der deutschen Autobauer und ihre Abfindungsprogramme für die Belegschaft.
BMW: Bis zu 650.000 Euro für freiwilligen Abschied
Die Zahlen sind schlecht für BMW. Die lukrativen Absatzmärkte China und USA schwächeln. Von den rund 8.000 Stellen, die gestrichen werden sollen, entfallen etwa 4.000 auf Deutschland.

BMW setzt beim Personalabbau nicht allein auf Abfindungen. Gehen sollen vor allem Mitarbeiter in Verwaltung und Entwicklung. Die Belegschaft am Band soll bleiben. Ihr Können ist zunächst unverzichtbar.
Für langjährige Betriebsangehörige kam schnell ein sechsstelliger Betrag zusammen. In einzelnen Fällen soll sich die Abfindung gar auf bis zu 650.000 Euro summiert haben. Doch gilt auch hier wie beim Gehalt: Brutto ist nicht gleich netto. Laut Berechnungen kann eine Abfindung in Höhe von 650.000 Euro rasch auf knapp die Hälfte schrumpfen.










