Stellenabbau in München
Zu viele Anfragen: Autobauer stoppt Abfindungsprogramm
16.10.2026 – 03:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Autobauer will bis zu 8.000 Stellen streichen. Das Abfindungsangebot stößt auf so viel Resonanz, dass der Konzern die Notbremse zieht.
BMW hat sein freiwilliges Abfindungsprogramm vorübergehend gestoppt. Unternehmenskreisen zufolge seien nur wenige Tage nach dem Start so viele Anfragen eingegangen, dass die Personalabteilung des Münchner Konzerns die Bearbeitung nicht mehr habe bewältigen können. Zuerst hatte BR berichtet, auch die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt darüber.
Bereits kurz nach dem Programmstart hatte das Onlineportal, über das Mitarbeiter ihr persönliches Abfindungsangebot berechnen konnten, wegen der vielen Zugriffe demnach zeitweise nicht funktioniert. Nun soll das Problem aber grundsätzlicher sein: Wer sein Angebot annehmen will, muss Gespräche mit der Personalabteilung führen und am Ende einen Aufhebungsvertrag abschließen. Dieser Aufwand lasse sich laut Unternehmenskreisen bei dem derzeitigen Zustrom nicht mehr geordnet bewältigen, zumal die reguläre Arbeit der Abteilung weiterlaufe. Die eingehenden Anfragen sollen deshalb vorerst gedrosselt werden.
Abfindungsprogramm bei BMW stößt auf großes Interesse
Die BMW Group gilt mit ihren Marken BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad als weltweit führender Premiumhersteller von Autos und Motorrädern. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen früh begonnen, sich auf die Zukunft auszurichten, und stellt Nachhaltigkeit und einen sparsamen Umgang mit Ressourcen in den Mittelpunkt: von der Lieferkette über die Produktion bis zum Ende der Nutzung seiner Produkte. Neben den Fahrzeugen sollen auch die Dienstleistungen und Services des Konzerns ganz auf die Kunden zugeschnitten sein und das Mobilitätsangebot ergänzen.
Offiziell bestätigt BMW das nur indirekt. Ein Sprecher des Konzerns teilte mit, das Programm sei in den vergangenen Tagen „auf großes Interesse“ gestoßen. Zum weiteren Verlauf wolle man sich vorerst nicht äußern. Einzelne Abfindungsbeträge kommentiere man grundsätzlich nicht. Die Konditionen seien für alle teilnahmeberechtigten Mitarbeitenden auf individueller Basis und nach einheitlichen Grundsätzen ermittelt worden.
Aus Unternehmenskreisen war zuvor zu hören, dass die errechneten Summen vor allem für langjährige, ältere Beschäftigte mit höheren Einkommen besonders attraktiv ausgefallen seien. Die Rede war von teils mehreren Hunderttausend Euro. Nach Konzernangaben rechne BMW damit, dass das Programm insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag koste. Ab 2028 erwarte der Vorstand demnach Einsparungen von einer Milliarde Euro jährlich.
Im Sommer hatte BMW-Chef Milan Nedeljković die Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Kurz darauf kündigte der Konzern an, bis Ende 2027 insgesamt bis zu 8.000 Stellen abzubauen. Betroffen ist der sogenannte indirekte Bereich, also Verwaltung, Buchhaltung sowie Forschung und Entwicklung. Nicht betroffen ist die Produktion. Von den rund 84.000 Beschäftigten in Deutschland arbeiten viele am Stammsitz in München, wo entsprechend ein Großteil der Stellen wegfallen dürfte. Neben dem Abfindungsprogramm setzt BMW auch auf Altersteilzeit und natürliche Fluktuation. Durch den starken Andrang könnte das Abbauziel dem Vernehmen nach deutlich früher als geplant erreicht werden.











