
Frühzeitige Diagnose
Warnsignal für Blasenkrebs? Urin stinkt – das steckt dahinter
Aktualisiert am 16.02.2026 – 14:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Blasenkrebs kann lange Zeit symptomlos verlaufen. Die Krankheitsanzeichen sind oft nicht eindeutig. Stimmt es, dass ein übel riechender Urin auf den Krebs hindeutet?
An Blasenkrebs erkranken in Deutschland jährlich rund 31.000 Menschen, davon sind mehr als 23.000 Männer. Das Tückische an der Krebsart: Oft bleibt ein Tumor in der Harnblase lange symptomlos oder verursacht zunächst nur sehr unspezifische Beschwerden, die sehr viele Ursachen haben können. Zudem werden selbst eindeutigere Anzeichen wie Blut im Urin nicht immer sofort erkannt.
Forscher untersuchen seit Langem, ob auch der Uringeruch Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben kann. Was bisher wissenschaftlich belegt ist und welche Rolle Hunde dabei spielen, erfahren Sie hier.
Generell gilt: Urin, der faulig riecht oder stinkt, sollte ärztlich abgeklärt werden. Meist stecken eher harmlose Ursachen dahinter, wie bestimmte Lebensmittel oder Medikamente. Mehr dazu lesen Sie hier. Auch Blasenkrebszellen in den Harnwegen können Forschern zufolge einen charakteristischen Geruch verbreiten. Allerdings sei dieser für die menschliche Nase kaum wahrnehmbar. Wenn Sie also stinkenden Urin bemerken, ist dies per se kein Anzeichen für Blasenkrebs.
Ein britisches Forscherteam hat allerdings bereits vor einigen Jahren ein Gerät entwickelt, das den für Blasenkrebs typischen Geruch „erriechen“ soll. Der Sensor erfasst die gasförmigen Chemikalien, die von den Krebszellen ausgeströmt werden. In einer Testphase analysierten die Forscher Urinproben von knapp hundert männlichen Probanden. Ein Viertel von ihnen litt an Blasenkrebs, der Rest hatte Probleme mit der Blase, jedoch keine Krebserkrankung.
Die Urinproben wurden zunächst erhitzt. Dadurch würden gasförmige Stoffe freigesetzt, die mittels eines Sensors am Gerät erfasst werden könnten, erklärte der Erfinder Prof. Norman Ratcliffe von der University of West England in der Fachzeitschrift „Plos One“.
Befinden sich Krebszellen im Urin, habe dieser aufgrund der speziellen Chemikalienkombination einen einzigartigen Geruch. Diese Chemikalien könne das Gerät ermitteln und von anderen unterscheiden. In 96 Prozent der Fälle spürte das Instrument im Test die Krebserkrankung richtig auf. Bevor es jedoch in Praxen und Krankenhäusern zum Einsatz kommt, soll das Gerät weiteren, groß angelegten Tests unterzogen werden.
Dass Blasenkrebs tatsächlich „riechbar“ ist, hatte sich in der Vergangenheit auch durch Tests mit Hunden gezeigt. Ihre feinen Nasen waren ebenfalls in der Lage, den spezifischen Uringeruch von Blasenkrebspatienten von dem gesunder Menschen zu unterscheiden. Mit 41 Prozent lag ihre Trefferquote in Untersuchungen jedoch nicht hoch genug, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen – auch wenn ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um Zufallstreffer handelte.











