Wie die „Big Five“ zum Quartett schrumpften
Ein Eklat brachte Deutschland den Sonderstatus
Aktualisiert am 13.05.2026 – 14:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschland ist Dauerkartenbesitzer: Jedes Jahr hat es einen Platz beim Eurovision Song Contest sicher. Das hat einen anderen Grund als von vielen angenommen.
Am Samstag findet im österreichischen Wien die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contests statt. Während sich die meisten Länder über ein Halbfinale qualifizieren mussten, ist Deutschland stets für das Finale gesetzt. So wird Sarah Engels mit ihrem Song „Fire“ im Finale am 16. Mai für Deutschland ins Rennen gehen. Auch Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien genießen diesen Luxus, zusammen sind sie als „Big Five“ bekannt.
Allerdings ist diese Fünfergruppe dieses Jahr geschrumpft. Aus den „Big Five“ sind die „Big Four“ geworden. Spanien hat seine Teilnahme am diesjährigen ESC aus politischen Gründen abgesagt. Wegen der Kritik am militärischen Vorgehen Israels im Gazastreifen hatte etwa Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez die European Broadcasting Union (EBU) als Veranstalter des Musikwettbewerbs aufgefordert, eine Abstimmung über Israels ESC-Teilnahme vorzunehmen.

Doch zu dieser Abstimmung kam es nie – und so zog sich Spanien als Teil der „Big Five“ vom Eurovision Song Contest zurück. Ein ESC-Boykott, dem sich auch die Rundfunkanstalten aus Irland, Slowenien, den Niederlanden und Island anschlossen. Auch deshalb gibt es dieses Jahr 25 Nationen, die beim ESC-Finale gegeneinander antreten. Normalerweise ist die Teilnehmerzahl immer gerade.
Damit fehlt dieses Jahr auch einer der großen Geldgeber. Denn Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland und Großbritannien zahlen jährlich am meisten Geld in den Topf der EBU ein. So schufen sie sich ihre Sonderrolle als „Big Five“. Es ist jedoch nicht die alleinige Begründung für diese Aufteilung.
Nichtqualifikation brachte Ärger ein
Die Regelung geht demnach auf das Jahr 1996 zurück: Der deutsche Beitrag „Planet of the Blue“ von Schlagersänger Leon schaffte es damals nicht, sich für das Finale zu qualifizieren. Die ARD weigerte sich daraufhin, das Finale des Wettbewerbs zu übertragen und verbannte es in das dritte Programm des NDR. Das wiederum löste eine Beschwerde des norwegischen Senders NRK aus, denn die eingeworbenen Sponsoren hatten sich über das Fehlen der erheblichen Anzahl deutscher Zuschauer beklagt.
Infolgedessen stellte das norwegische Fernsehen die Forderung, die „Big Five“ für das Finale vorzuqualifizieren, um das große Zuschauerpotenzial der Länder voll auszunutzen.












